Wädenswil feierte Fasnacht und die nfg!

Quelle: Wädenswiler Anzeiger März 2022, Text und Bilder: Stefan Baumgartner
 
Man weiss es: Es wäre alles angerichtet gewesen für eine tolle fünfte Jahreszeit, die vom 6. Januar bis zum 7. März gedauert hätte. Mit dem 50-Jahr-Jubiläum der Neuen Fasnachtsgesellschaft, die seit 1972 für die funktionierende Organisation verantwortlich ist, war auch der Anlass und Rahmen gegeben. Ein weiteres Kirchenkonzert mit Guggesound hätte in der reformierten Kirche über die Bühne gehen sollen, erstmals wäre ein «Pipes n’Drums», ein Tattooähnlicher Indooranlass, in der Glärnisch-Sporthalle über die Bühne gegangen. Hätte, hätte … auch die Schnitzelbankfeste und der Nacht- wie der Grosse Umzug fielen noch der Pandemie zum Opfer. Durchgeführt und bestens besucht war dann aber die Beizenfasnacht vom 26. Februar, das in den verschiedenen Beizen abgehaltene Kleinguggenfestival. An jenem Wochenende wie auch am Fasnachts-Hauptwochenende schickte die Kinter-Clique die Fasnächtler auf den Kinter-Trail, eine unterhaltsame Schnitzeljagd quer durchs Dorf. Der Anlass war schon vor einem Jahr geplant gewesen, wurde dann aber kurzfristig abgesagt. Und am Fasnachts-Hauptwochenende vom Freitag, 4. März, bis Montag, 7. März, liess es Wädenswil dann richtig krachen: Da war Party in der Konfetti-Bar und auf dem oberen Eidmattplatz, da waren Guggenkonzerte in der Türgass, dem Lindenplatz und auf der Piazza des Einkaufszentrums «di alt Fabrik». Am Sonntag spielte das Wadin-Sextett in der Kulturhalle auf, und man traf sich im Leue oder Rössli, im Brauhuus oder auf dem Dorfpüggel-Wagen. Der Montag gehört traditionell den Kindern, und dieses Jahr freuten sich wohl noch mehr Kinder und Eltern auf den Kinderumzug. So bewegte sich nach dem Startböller ein über 200 Meter langer bunter Tatzelwurm auf einer verkürzten Route durchs Dorf hin zum Glärnisch, wo der Kindermaskenball mit Maskenprämierung für einmal der Höhepunkt der Wädi-Fasnacht war. Die Fasnacht, Ausgabe 2022, gehörte diesmal ganz den Wädenswilerinnen und Wädenswilern, den Bööggen und dem zahlreichen Fasnachtsnachwuchs.

Schönenberger Fasnachtsgrüppli an der Wättischwiler Fasnacht

Quelle: Wädenswiler Anzeiger März 2022, Text und Bild: Ingrid Eva Liedtke
 

Auch dieses Jahr brannte die Fasnacht eher auf kleiner Flamme. Doch immerhin fand sie statt, und die Schönenberger Fasnachtsfrauen liessen sich nicht vom Feiern abhalten. Als «Bunti Vögel» zogen sie durch Strassen und Beizen, auf der Suche nach Fasnachtsstimmung.

Die diesjährige Fasnacht fand nur auf Sparflamme statt. Coronabedingt wurde das Schnitzelbankfest und die Umzüge abgesagt. Diese Massnahmen wurden noch vor der allgemeinen Öffnung und der Aufhebung der meisten Massnahmen, beschlossen. Das Schönenberger Fasnachtsgrüppli, bestehend aus Marta Dreier, Anita Barberio, Nicolle Vassella und Nadja Dougan, war an verschiedenen Tagen unterwegs. Endlich wieder Fasnacht! Das wollte man sich nicht entgehen lassen. «An die Beizenfasnacht am Freitag geht man nicht verkleidet», sagt Nadja Dougan. «Das war schön und lustig», weiss Nadja zu berichten. Die Woche darauf sei nicht viel los gewesen. In den Strassen nur ein paar verkleidete Bööggli. Marta Dreier fühlte sich anfangs etwas verunsichert. «Darf ich überhaupt wieder feiern nach diesen zwei schwierigen Jahren? Ist es noch zu früh?», hat sie sich gefragt. «Doch ich habe mich dafür entschieden. Wir hatten es sehr schön, zusammen als Gruppe. Das war eigentlich das Wichtigste. Am Samstag waren wir dann als ‹Bunti Vögel› verkleidet unterwegs, und das Erleben war sehr unterschiedlich. Die Lokale waren teilweise fast leer und dann wieder sehr gut besucht. Die Stimmung war gut, jedoch durch die wenigen Fasnächtler nicht berauschend. Trotzdem empfand ich es als sehr wohltuend, wieder etwas Gelassenheit zu spüren.» Anita bestätigt: «Wir haben es als Grüppli immer gut. Aber es war schon so, dass wenige in unserem Alter unterwegs waren, auch wenig Musikgruppen, wenig von denen, die man sonst so trifft. Das war schon schade, denn dieses Erkennen, das ‹Hallo› und das gemeinsame Weiterziehen machen die Stimmung aus. Auf dem Platz vor dem Eidmatt-Schulhaus hatten die Jungen ein Fest rund um einen Bauwagen. Da schauten wir kurz vorbei. Es war eine gute Stimmung. Sonst war die ganze Fasnacht ein wenig verhalten. Natürlich fehlte der Schmidhof, und auch im Nöihüsli war es nicht wie sonst. Ob es mit dem Wirtewechsel zu tun hat oder mit Corona, weiss ich nicht. Vielleicht war der Grund auch der, dass wir relativ früh gegangen sind. Aber es ist immer schön als Grüppli unterwegs zu sein. Wir haben immer unseren Spass.» Nicole Vassella spricht von einer guten Organisation der nfg, aber auch davon, dass auch ihr die «Alten Hasen» gefehlt haben.

Fasnachtskoryphäen in der Konfetti-Bar

Quelle: Wädenswiler Anzeiger Februar 2022, Text und Bild: Stefan Baumgartner
 
Zum zweiten Mal nach dem Start 2020 und dem pandemiebedingten Ausfall im letzten Jahr übernimmt Sir Colin wieder die NFG-Fasnachtsbar im Haus zur Sonne – das legendäre «Konfetti». Am 23. Februar eröffnete die Bar und gab so auch den Startschuss in die närrischen Tage in Wädenswil. Engin Colin Kilic, bestens bekannt unter seinem DJ-Namen Sir Colin und auch Betreiber der Studio Bar, freut sich auf die kommenden Tage: «Wir feiern das NFG-Jubiläum kräftig mit». Tatsächlich ist die Bar – ähnlich wie sein Game-Room in der Studio Bar – dekoriert mit Porträts von Personen, die die Wättischwiler Fasnacht prägten. Anstatt Bruce Springsteen also Ennio Maspero, anstatt «Queen» die Guggenmusig Trubadix. Wen findet man alles auf den grossformatigen Postern? «Das wird nicht verraten – selber vorbeikommen und staunen ist angesagt», sagt der DJ.

Offen ist die Bar jeweils ab sofort:
23.2./24.2. 17–24 h; 25.2. 17–02 h, 26.2. 17–04 h, 2.3./3.3. 17–24 h, 4.3. 17–? H, 5.3./6.3. 14–? H, 7.3. 14–24 h.
Konfetti-Bar, Haus zur Sonne, Schönenbergstrasse 4, Wädenswil

Frisch gedruckt ist halb gekauft

Wer kennt ihn nicht, den gemeinen Anlüger vom Zürichsee! Auch dieses Jahr kann man die begehrte Fasnachts-Zeitung der nfg für fünf Franken erstehen und sich köstlich ab den träfen Artikeln amüsieren. Wer wissen will, was in den letzten Monaten Verrücktes und Entrücktes passiert ist, dem sei diese Lektüre sehr ans Herz gelegt. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Agroscope zurück nach Wättischwil kommt oder dass die hiesige Füürweer ein hauseigenes Übungsgelände hat? Natürlich wurden auch unsere Stadträte mit Argus-Augen beobachtet und jeder Handstreich kritisch dokumentiert. Sie werden staunen, was in letzter Zeit alles in und um Wädenswil passiert ist! Zusätzlich ausgestattet mit vielen passenden Illustrationen und lustigen Inseraten der letzten Jahrzehnte, macht das Blatt etwas her und ist jeden Stutz wert!

Was läuft jetzt wann wo an der Fasnacht?

Die Wättischwiler Jubiläumsfasnacht bewegt sich im dauernden Wechsel zwischen «alles absagen» und «alles durchführen», ganz so wie auch das Coronapendel des Bundesrates ausschlägt. Wie ist aber nun der aktuelle Planungsstand?
 
Noch im Herbst waren die Verantwortlichen zuversichtlich, praktisch alle Veranstaltungen unter den entsprechenden Auflagen durchführen zu können. Je näher der Winter und die Festtage kamen, umso mehr wendete sich das Blatt. Musiker und Musikanten durften nicht mehr oder nur unter erschwerten Bedingungen proben, was zu Absagen führte. So mussten Ende des vergangenen Jahres zwei Höhepunkte – das Pipes n’Drums in der Glärnisch-Sporthalle sowie das Kirchenkonzert mit Organist Wolfgang Sieber und den Luzerner Wäsmali-Chatze auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die beliebten Schnitzelbankfeste wurden ebenso wenig später abgesagt. Und bald war auch klar, dass die Umzüge nicht in der geplanten Form durchgeführt werden können. Damit wurde viel Arbeit – einerseits von der organisierenden Neuen Fasnachtsgesellschaft, aber auch von den unzähligen Mitwirkenden, sei’s an den geplanten Festakten, an den Schnitzelbankfesten oder an den Umzügen – vernichtet. Arbeit, die auch nicht einfach wieder hergestellt werden kann, nachdem nun der Bundesrat praktisch alle Massnahmen aufgehoben hat.
Stand heute eröffnet am 23. Februar die Konfetti-Bar im «Haus zur Sonne» an der Schönenbergstrasse. Der eigentliche Auftakt der Vorfasnachtswoche findet am Samstag, 26. Februar, mit der Beizenfasnacht in den beteiligten Restaurants statt: Fünf Kleinguggenmusigen, eine Gesangsformation sowie die einheimischen Tambouren rotieren durchs Dorf und geben Konzerte vor oder jetzt sogar allenfalls wieder in den Beizen.

Das Hauptwochenende vom 5./6./7.3.

Der Samstag gehört traditionell den Guggenmusigen. Auf der unteren Türgass sowie auf der Piazza des Einkaufszentrums «di alt Fabrik» spielen mehrere Guggenmusigen aus der ganzen Deutschschweiz, nebst den einheimischen Trubadix auch zum Beispiel die Höhläguugger aus Vitznau oder die in Wädenswil bestbekannten Las Bagordas aus der Surselva. Die Konzerte gehen nahtlos in die Dorffasnacht über, wo weiter an verschiedenen Standorten konzertiert wird, ausserdem sorgen acht Fasnachtsgruppen für Feststimmung auf dem Lindenplatz, beim Restaurant «Nöihüüsli», auf dem oberen Eidmattplatz und beim «Rössli».
Am Fasnachtssonntag präsentieren sich einige der verhinderten Umzugsteilnehmer nochmals auf den verschiedenen Festplätzen. Die Böggen und Fasnachtsfreunde treffen sich nach ihrem Rundgang durchs fasnächtliche Wädenswil in der Kulturhalle Glärnisch, wo ab 11 Uhr das Wadin-Sextett zum Böögge-Tanz aufspielt, unterbrochen durch Guggenmusigklänge. Dieser Anlass dauert bis etwa 16.30 Uhr und der Eintritt ist mit aktueller Plakette gratis.
Der Montag gehört traditionell dem Fasnachtsnachwuchs. Anstelle des farbenprächtigen Umzugs ist ein Kostümspaziergang durch die Quartiere geplant, ohne Begleitung durch die grossen Umzugswagen, aber mit Begleitung durch Trychler, Tambouren und Trubadix. Und auch die beliebte Maskenprämierung wird entweder in oder vor der Kulturhalle stattfinden.
 

Kinter-Trail: dieses Jahr findet er statt!

Einen zweiten Versuch, ihre Schnitzeljagd durchs Dorf durchzuführen, unternimmt die Kinter-Clique. Am 26. und 27. Februar 2022 sowie am 5., 6. und 7. März 2022 wird der Kinter-Trail durchgeführt. Anmelden kann man sich per Telefon (079 392 10 21) oder unter www.kinter-clique.ch, der Trail dauert etwa zwei Stunden.

Fasnacht on Ice: Kaiserwetter für Eisprinzessinnen und -prinzen

Zum ersten Mal führte die Eisbahn Wädi am 20. Februar zusammen mit der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil anlässlich deren 50-Jahr-Jubiläum einen Maskenball auf Eis durch. Und tatsächlich fanden einige Superhelden, Hexen, Prinzessinnen, Fabel- und andere Tiere den Weg aufs Glatteis, nachdem sie sich von den «Freunden der Kinderfasnacht» noch stilgerecht schminken lassen konnten. Ein toller Anlass, der fortan durchaus einen festen Platz im Eisbahn- und Fasnachtskalender finden könnte!

Was in Wädenswil Fasnacht und Wahlen verbindet

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 03. Februar 2022 Text Daniela Haag

Was wäre die Fasnacht ohne die Politik? Sie wäre nur halb so lustig. Die Politik liefert den Wädenswiler Narren zuverlässig Themen. Etwa die leere Stadtkasse. Die Fasnächtler schlugen schon vor, diese mit Konfetti zu füllen.

Die Frage muss auch anders gestellt werden: Was wäre die Politik ohne Fasnacht? Sie verlöre eine wichtige Plattform, gerade jetzt, da Wahlen bevorstehen. Manch ein Wädenswiler Lokalpolitiker heftet sich jetzt die – notabene goldene – Fasnachtsplakette an den Wintermantel. Damit trägt er oder sie zur Schau, dass man a) mit Humor gesegnet ist und b) sich als Wättischwilerin oder Wättischwiler fühlt, also ein hiesiges Urgestein ist.

Als solches ist man in Wädenswil ganz offensichtlich wählbar. So sind alle sieben aktuellen Stadtratsmitglieder Goldplaketten-Trägerinnen und -Träger. Drei treten am 27. März allerdings nicht mehr zu Wahl an (Brupbacher, Hauser, Münch). Und genau drei der Kandidierenden sind Goldträger (Rappazzo, Cogliati, Gwerder).

Ihnen stehen vier gegenüber, die nicht zum erlauchten Fasnachts-Kreis gehören (Bühlmann, Bossert, Wolfer und Tanner). Natürlich könnten sie sich eine der aktuell knapp 500 Goldplaketten für 70 Franken bestellen. Dieses Jahr besteht sogar die Chance, auf dem schnellen Weg zu einer begehrten, tiefen Nummer zu gelangen. Frei gewordene Goldplaketten werden nämlich erstmals versteigert.

Newcomer im Stadtrat sollten sich diesen Schritt aber wohl überlegen. Denn eine Teilnahme an der Fasnacht bedeutet auch, dass man Spott öffentlich ertragen muss. Jeder Fehltritt wird registriert und an der Schnitzelbank mit Genuss ausgewalzt. Das kann der politische Entscheid sein, die Fasnächtler an den Kosten der Konfettireinigung zu beteiligen – oder auch nur das Malheur des Stadtpräsidenten wegen einer liegen gelassenen Badehose.


Ein neues Standardwerk für die Wädenswiler Fasnacht

Quelle: Wädenswiler Anzeiger Januar 2022, Text und Bild: Stefan Baumgartner
 
Es war wahrlich dicke Post, die Autor Walter «Cheesy» Tessarolo auf der Redaktion vorbeibrachte: Ein Werk, so dick wie einst das PTT-Telefonbuch, Band Zürich Land, war; ein Almanach, ein neues Standardwerk für die Wädenswiler Fasnacht.

«Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht – 50 Jahre ‹NFG› Wädenswil» heisst der Titel, verfasst vom verbliebenen Gründer der nun 50 Jahre alt gewordenen Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil, die zwar nun nicht mehr ganz jung, aber eben immer noch «neu» ist.

In Teilen der Wädenswiler Bevölkerung herrscht immer noch die Meinung vor, dass Fasnacht im «Züribiet» keine Tradition hat, und wenn, dann höchstens aus den umliegenden Gebieten wie March und Höfe oder der Zentralschweiz importiert ist. So räumt der Autor mit diesem Irrtum schon auf den ersten Seiten auf und kann mit Hilfe von Dokumenten oder Notizen der stadtzürcherischen Obrigkeit eine lange, eigenständige Wädenswiler Fasnachtsgeschichte belegen.
Mit dem Niedergang der X-Gesellschaft in der 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts trat dann tatsächlich so etwas wie fasnächtliche Einöde ein, die so aber auch den Raum gab, Anfang der 70er-Jahre die Neue Fasnachtsgesellschaft zu gründen. Die Umstände der Gründung sind ebenso beschrieben wie erste Startschwierigkeiten und wie die neue Organisation «NFG» danach immer mehr Fahrt aufnahm und Wädenswil so wieder zu einer Fasnachtshochburg in der Region mit Strahlkraft in weite Teile der Schweiz und ins benachbarte Ausland wurde.
In der Folge werden im Buch Umzüge und Schnitzelbankfeste illustriert beschrieben, massgebliche Personen porträtiert und auch Erklärungen zu den jährlichen Plakettensujets abgegeben. Diese sind auch so etwas wie ein Spiegel der Geschichte Wädenswils. Umzugs- und Schnitzelbankgruppen werden ebenso gewürdigt, wie schillernde Personen. Auch die Fasnachtsbeizen, gewichtiger Teil einer funktionierenden Fasnacht, werden gewürdigt, vor allem auch die verschwundenen Hochburgen, wie etwa der wahlweise als «Blödsinn» oder «Promillhalde 4a» bekanntgewordenen Frohsinn an der Seestrasse (abgebrochen 1987/88).
Autor Tessarolo mit seinem epischen Werk.
Der Autor wäre nicht der, der er ist, wenn nicht auch kritische Töne Platz finden würden. So werden einige Zeilen einer Chefredaktorin des «Allgemeinen Anzeigers vom Zürichsee» gewidmet, deren Namen aber in Wädenswil nie mehr genannt werden soll (und da solidalisiert sich der Wädenswiler Anzeiger mit dem Autor). Und als weiteres Beispiel: Auch mit dem «gekröpften» Umzug auf verkleinerter Route konnte sich Tessarolo nie anfreunden.
Schade an diesem epochalen Werk ist, dass Typografie und die technische Bildqualität dem Wert des Buches nicht ganz gerecht werden. Umso mehr zählt der Inhalt.

Stimmungsvolle Buchvernissage

Der Bevölkerung wurde das Buch am Samstag, 22. Januar, anlässlich einer Vernissage im Restaurant Brauhuus im Einkaufszentrum «di alt Fabrik» vorgestellt. Historiker Christian Winkler hielt im prall gefüllten Wintergarten die Laudatio, vorgetragen als Schnitzelbank. Unter den Besuchern fanden sich auch zahlreiche Ehrenmitglieder der «Neuen Fasnachtsgesellschaft », «Mister Schnitzelbank» Kurt Schoch sei hier besonders erwähnt. Ihm und seinen Reimen ist im Buch ein eigenes Kapitel gewidmet. Dem Autor schliesslich war es auch ein Anliegen, all jenen Danke zu sagen, die zur Veröffentlichung seines Buches beigetragen haben.
 
Walter Tessarolo: «Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht – 50 Jahre ‹NFG› Wädenswil», herausgegeben im Eigenverlag, 470 Seiten, erhältlich im Kafisatz und im PaBa-Markt für CHF 58.50.

Historiker Christian Winkler hielt die Laudatio.



«D NFG jublet, fiiret und glänzt a de Fasnacht Wättischwil 2022»

Quelle: Wädenswiler Anzeiger Januar 2022, Text und Bild: Stefan Baumgartner
 
Vater und Tochter Lehmann präsentierten mögliche Plakettensujets und -sprüche.

Am Donnerstag, 6. Januar, feierte die jubilierende Neue Fasnachtsgesellschaft nicht nur die Fasnachtseröffnung mit der Plakettenvernissage – der Anlass war auch der Startschuss in das Jubiläumsjahr. 50 Jahre NFG soll dieses Jahr möglichst oft noch gefeiert werden – wieviele von den geplanten Anlässen dann tatsächlich durchgeführt werden können, wird sich zeigen.

1972 wurde die Neue Fasnachtsgesellschaft gegründet, und seit 1975 ziert die Fasnachtsplakette, die echte Wädenswilerinnen und Wädenswiler mit Stolz tragen, ein Spruch zu aktuell Geschehenem (und manchmal auch zu lieber Ungeschehenem). So waren Besucherinnen und Besucher der Plakettenvernissage einigermassen gespannt, welches Sujet die Jubiläumplakette ziert, schrieb die Neue Fasnachtsgesellschaft doch dazu einen Wettbewerb aus. Bevor jedoch die Einsendungen präsentiert wurden, zeigten NFG-Präsident Christoph Lehmann mit Tochter Deborah mögliche Sujets mit aktuellem Bezug; so wurden der sturmgeschädigte Fahnenhimmel und die darob entstandenen heftigen Reaktionen in den Leserbriefspalten der Tagespresse parodiert: «Sind am Fahnehimmel nöd iiwandfreyi Flagge – gsehsch bim Wättischwiler d Zornesröti uf de Bagge». Aber es hatte auch Platz für durchaus gesellschaftskritische Sprüche: «Drum a alli, wo nur na Aaschprüch händ – Dank öi isch euse Wohlschtand gschnäll am Änd». Schliesslich wurden vier Einsendungen aus dem Wettbewerb gezeigt, und Präsi Lehmann erklärte, dass sich die Jury für eine Kombination aus zwei Einsendungen entschieden habe: In die Kränze kam so der Spruch «D NFG jublet, fiiret und glänzt a de Fasnacht Wättischwil 2022» in Kombination mit dem NFG-Clown, der von der Zahl 50 umrahmt wird. Das Jubiläumssujet wurde von den Besucherinnen und Besuchern der Vernissage gut aufgenommen; erstmals leistete sich die NFG eine zweifarbige, gold-silberne Plakette, die sich die Goldplakettenbesitzer gleich vor Ort an den Mantel heften konnten. Auch die Silber und Bronzeplaketten sind seither im Verkauf. Für die musikalische Umrahmung der stimmigen Vernissage sorgte – auch das ein Novum – für einmal keine Wädenswiler Formation; mit den «Vorige» setzte erstmals eine Horgner Formation die musikalischen Akzente.

«Die Vorige» aus Horgen sorgten für den musikalischen Rahmen.

Eröffnung der Ausstellung «50 Jaar NFG»

Mit dem Startschuss zur Wädenswiler Fasnacht eröffnete im Einkaufszentrum «di alt Fabrik» auch die bis Anfang März dauernde Jubiläumsausstellung, die sämtliche Plakettensujets aus der Vergangenheit bis heute zeigt. Zudem sind auch die verschiedenen NFG-Vorstandsuniformen zu bestaunen, die ihrerseits einen modischen Rückblick auf 50 Jahre Fasnachts-Schaffen erlaubt.

Was wo und ob überhaupt an Fasnacht weiter stattfindet, weiss die Website nfgw.ch. Die Fasnachtsplaketten 2022 sind im Verkauf bei:
Bäckerei Gantner, Schönenbergstrasse 11
Eisbahn Wädi, Seeplatz
H.J. Langendorf AG, Zugerstrasse 27
Intercoiffure Les Artistes, Oberdorfstrasse 20
Landi Zimmerberg, Industriestrasse 15
Martha's Snack, Gerbestrasse 2
PaBa-Markt, Di alt Fabrik, Florhofstrasse 13


Die Fasnacht zum Nachlesen

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Samstag, 22. Januar 2022 Text Dorothea Uckelmann, Foto Sabine Rock

Es gibt wohl kaum eine Wädenswiler Fasnacht, an der Walter «Cheesy» Tessarolo nicht teilgenommen hat. Der Gründer der Guggenmusik Wadin Schränzer, der Clique die Halb-Edle vo Wättischwil und Mitbegründer der Neuen Fasnachtsgesellschaft kennt viele aus 50 Jahren Fasnacht. Pünktlich zum Jubiläum der Neuen Fasnachtsgesellschaft hat er all sein Wissen und Fotomaterial in einem 500-seitigen Buch zusammengefasst. Darin erfährt man allerhand Legendäres und Lustiges über die Fasnachtsgesellschaft.

Urgestein der Fasnacht hält die närrischen Tage lebendig

Von den Anfängen der Fasnacht bis heute berichtet Walter «Cheesy» Tessarolo in seinem Buch.


Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht hat Walter «Cheesy» Tessarolo in einem Buch dokumentiert. Als eingefleischter Fasnächtler kommt er auch selbst darin vor.
«Wir müssten dann noch etwas machen für das 50-Jahr-Jubiläum.» So äusserte sich Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG), vor zwei Jahren. Aus «etwas» wurde ein rund 500 Seiten dickes Buch. Am Samstag, 22. Januar, findet im Wädi-Brauhuus die Vernissage statt.
Das Fasnachtsurgestein Walter «Cheesy» Tessarolo hat in dem umfassenden Werk die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht zusammengetragen. Seine eigenen Erinnerungen, Zeitungsberichte und Artikel aus der Fasnachtszeitung dienten ihm als Grundlage. «Mein guter Freund und Mentor, der Historiker Peter Ziegler, fungierte als mein Lektor», sagt Tessarolo. Foto Hoffmann und Foto Tevy überliessen dem Autor ihre Fasnachtsbildarchive. «Zahlreiche Stunden verbrachte ich damit, die Negative zu digitalisieren und archivieren.»

Kein leichtes Unterfangen

Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht reicht bis ins Jahr 1844 zurück. Die Anfänge sind zwar noch nicht mit Fotos dokumentiert. Mit Inseraten aus den Archivbänden des «Anzeigers vom Zürichsee» belegt Tessarolo aber, welche Gaststätten Tanzveranstaltungen anboten. An die passende Verkleidung kam man mittels Kostümverleih.
Dann kam die Zeit, als sich Wädenswilerinnen und Wädenswiler formierten und 1873 beschlossen, verschiedene Anlässe und Umzüge zu bündeln. Das war die Geburtsstunde der X-Gesellschaft, die bis 1953 die Fasnacht in Wädenswil organisierte und mit ihren grossen Veranstaltungen prägte.
Unter dem Namen Märy Mäckers Gugge-Bänd spielten die Guggemusiker 1963, bevor sie sich in Sakkophonie umbenannten. Fotoarchiv: Walter Tessarolo

Bis über die Kantonsgrenze hinweg waren die Veranstaltungen der X-Gesellschaft bekannt. «Sogar aus Luzern reisten die Narren nach Wädenswil, um dem Spektakel beizuwohnen», sagt Tessarolo. In dieser Zeit geprägt wurde auch das Symbol der Wädenswiler Fasnacht: der Clown. Bis heute ziert er das Logo und die Plakette der NFG.
Doch die Durchführung der Fasnacht wurde auch von Krisen geschüttelt, wie Tessarolo in seinem Buch herausarbeitet. Während des Ersten Weltkriegs verzichtete man 1915 und 1916 auf den traditionellen Maskenball, und 1917 und 1918 verbot der Regierungsrat jegliches Fasnachtstreiben. 1919 verhinderte die Grippe-Epidemie die Fasnacht. Zehn Jahre später wurde der Kinderumzug wegen einer Scharlach-Epidemie abgesagt.

Präsident abgesetzt

Selbstverständlich erfährt der Leser, die Leserin auch alles über die Gründung der Neuen Fasnachtsgesellschaft, die 1972 ihren Anfang nahm. Mitglieder der Guggenmusik Sakkophonie waren daran wesentlich beteiligt, wobei die Initialzündung zur Gründung der NFG von Ennio Maspero und Cheesy Tessarolo kam.
Detailreich und mit Anekdoten gespickt beschreibt Tessarolo Legendäres aus der Geschichte der NFG. Zum Beispiel, wie Kurt Schoch alias «Nr. 25» mit einem Leiterwagen mit leeren Flaschen 1976 am Umzug mitlief. «Er kritisierte damit das Fernbleiben der Dorfvereine», berichtet Tessarolo. Mit Erfolg, denn anschliessend formierten sich immer mehr Fasnachtscliquen und auch viele Vereine lieferten Beiträge für den Umzug.
Als einschneidendes Ereignis beschreibt Tessarolo auch jenes Kapitel, als der 1975 amtierende Präsident an einer Sitzung durch Abwesenheit glänzte. Mitten in den Fasnachtsvorbereitungen wurde er kurzerhand abgewählt und durch Peter Schuppli ersetzt. Dieser behielt während 25 Jahren das Amt und sorgte mit seinen Ideen für ein reges Fasnachtstreiben in Wädenswil.
Am Fasnachtsumzug 1976 forderte Kurt Schoch alias Nr. 25 die Vereine zum Mitmachen auf. Fotoarchiv: Walter Tessarolo

Böögg mit eigenem Kapitel

Festgehalten wurden die Dorfpossen ab 1976. Damals erschien der erste «Anlüger vom Zürichsee». Kurze Zeit später fand die erste Schnitzelbank im Engelsaal statt. Ein eigenes Kapitel widmet Tessarolo in seinem Buch dem Mister Schnitzelbank und Böögg, Kurt Schoch. «Wenn er auf der Bühne stand, blieb kein Auge trocken», sagt Tessarolo, der bis heute einige Verse zitieren kann.
Die Wädenswiler Fasnacht sei schon immer eine politische gewesen. Schonungslos werden Fehltritte der Frauen und Herren Stadt- und Gemeinderäte durch den Kakao gezogen. Wehe dem, der keinen Humor versteht.
«Nach den Veranstaltungen traf man sich in den dekorierten Beizen, und so manch einer tauchte nach einem Besuch im berüchtigten Bermudadreieck, wo sich mehrere Bars und Restaurants befanden, erst nach Tagen wieder auf», sagt Tessarolo verschmitzt.

Mit neuen und alten Ideen

Nach Ernst «Grübi» Brupbacher wurde Christoph Lehmann 2013 zum 6. Präsidenten der NFG gewählt. «Solange Christoph Lehmann im Amt bleibt, besteht die Wädenswiler Fasnacht fort», ist sich Tessarolo sicher. Denn er habe tolle neue Ideen, scheue sich aber auch nicht, erfolgreiche alte Konzepte aus der Schublade zu holen, um diese neu zu beleben. Ihr 50-Jahr-Jubiläum kann die NFG nur reduziert feiern. Einige Anlässe sind abgesagt. Statt finden unter anderem die Beizenfasnacht, der Turnermaskenball sowie die Kinderfasnacht.

Buchvernissage «Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht/50 Jahre NFG», Samstag, 22. Januar, um 17 Uhr im Wädi-Brauhuus in Wädenswil. Ab Montag, 24. Januar, ist das Buch im Café Kafisatz für 58.50 Franken erhältlich.

Dorothea Uckelmann ist Redaktorin im Ressort Horgen. Ihre Schwerpunkte sind Politik, Bildung und die Bautätigkeit in der Region. Sie arbeitet seit 2005 im Journalismus.

Online Ausgabe, publiziert: 21.01.2022, 20:06

Der damalige NFG-Präsident Peter Schuppli stand 1994 als Putzfrau auf der Schnitzelbank-Bühne. Fotoarchiv: Walter Tessarolo



«D NFG jublet, fiiret und glänzt a de Fasnacht Wättischwil 2022»

Quelle: Wädenswiler Anzeiger (Online-Ausgabe), Freitag, 07. Januar 2022, Text und Bild: Stefan Baumgartner
 

Am Donnerstag, 6. Januar, feierte die jubilierende Neue Fasnachtsgesellschaft nicht nur die Fasnachtseröffnung mit der Plakettenvernissage – der Anlass war auch der Startschuss in das Jubiläumsjahr. 50 Jahre NFG soll dieses Jahr möglichst oft noch gefeiert werden – wieviele von den geplanten Anlässen dann tatsächlich durchgeführt werden können, wird sich zeigen (siehe auch hier). Vorerst aber feierten Fasnachtsfreunde ein erstes Mal, als nach der Präsentation möglicher oder verworfener Sujets die neue, aus einem Wettbewerb heraus entstandene Jubiläumsplakette enthüllt wurde. Erstmals leistete sich die NFG eine zweifarbige, gold-silberne Plakette, die die Goldplakettenbesitzer ab sofort mit Stolz tragen können. Ab sofort sind auch die Silber- und Bronzeplaketten im Verkauf. (Ausführlicher Bericht in der Printausgabe am 27.1.22.)

Die Fasnachtsplaketten 2022 sind ab 07. Januar im Verkauf bei:

Bäckerei Gantner, Schönenbergstrasse 11
Eisbahn Wädi, Seeplatz
H.J. Langendorf AG, Zugerstrasse 27
PaBa-Markt, Di alt Fabrik, Florhofstrasse 13
Martha’s Snack, Gerbestrasse 2 und
Landi Zimmerberg, Industriestrasse 15



Die Fasnächtler widmen sich ihre Plakette dieses Jahr gleich selber

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Samstag, 8. Januar 2022 Text Sarina Bopp, Foto Michael Trost
Am Donnerstagabend enthüllte Christoph Lehmann (Mitte) gemeinsam mit den Fasnächtlern die Plakette 2022.

Auch dieses Jahr hat die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) Wädenswil die traditionelle Plakettenvernissage durchgeführt. Das Motto steht ganz im Namen ihres 50-jährigen Bestehens.

«D NFG jublet, firet und glänzt a de Fasnacht Wättischwil 2022.» Diese Worte stehen auf der Plakette, die am Donnerstagabend bei «Di alt Fabrik» enthüllt wurde. Das Motto ist also klar und durchaus begründet: Denn die NFG feiert dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum. Ebenso Teil des Sujets ist der NFG-Clown. Mit einer Fliege beschmückt und von zwei Lorbeerkränzen umgeben, ziert er die diesjährige Plakette. Kreiert wurde die Jubiläumsplakette 2022 in einem Wettbewerb. Einheimische Künstlerinnen und Künstler haben Sprüche und Zeichnungen eingeschickt. «Der Vorstand hat sich für eine Kombination von den Einsendungen entschieden», sagt Christoph Lehmann, Präsident der NFG. Erhältlich sind die Plaketten in Bronze für 8 Franken und diejenige in Silber für 12 Franken bei der Bäckerei Gantner an der Schönenbergstrasse 11, bei Langendorf an der Zugerstrasse 27, bei Landi Zimmerberg an der Industriestrasse 15 sowie bei Martha’s Snack beim Kantonsplatz. Eine neue Goldplakette Die goldene Plakette unterscheidet sich dieses Jahr von den bisherigen, wie Christoph Lehmann, Präsident der NFG, sagt: «Die Plakette besteht erstmals aus Gold und Silber auf einer polierten Messingplatte.» So sticht die Nase des Clowns, der Lorbeerkranz, die Fliege sowie die Zahl 50 in Gold auf der silbernen Plakette hervor. Erhältlich ist diese bei Paul Bossert an der Gulmenstrasse 9. Mit 2000 Exemplaren habe man dieses Jahr deutlich weniger produziert als in den vergangenen Jahren. Die Fasnacht wird denn auch nur in kleinerem Rahmen durchgeführt. Als Nächstes hat die NFG am 22. Januar eine Buchvernissage auf ihrem Programm stehen. Walter «Cheesy » Tessarolo, Fasnachtsikone und Buchautor, wird an diesem Anlass sein Fasnachtsbuch «Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht / 50 Jahre NFG» präsentieren.
 
Weitere Informationen zum Kauf der Plakette unter www.nfg.ch


Fasnacht Wättischwil: So geht’s weiter

Quelle: Wädenswiler Anzeiger (Online-Ausgabe), Donnerstag, 06. Januar 2022, (nfg)
 

Die letztjährige Hoffnung der Neuen Fasnachtsgesellschaft, dass bis zum Jubiläumsjahr – heuer feiert die nfg ihr 50-jähriges Bestehen – Viren und Narren zur Besinnung gekommen sind – hat sich zerschlagen.
Trotzdem konnte am 6. Januar 2022 beim Einkaufszentrum «di alt Fabrik» die Jubiläumsplakette an der Vernissage feierlich enthüllt werden. Das Sujet zeigt den nfg-Clown mit dem Spruch «D NFG JUBLET, FIIRET UND GLÄNZT A DE FASNACHT WÄTTISCHWIL 2022».
Auch der Präsentation des Buches «Die Geschichte der Wädenswiler Fasnacht – 50 Jahre NFG Wädenswil» aus der Feder des Gründungsmitglieds «Cheesy» Tessarolo steht wohl nichts mehr im Wege. Nachdem bereits die beiden «Filetstücke» des Jubiläumsjahres – «Orgelspiel mit Guggensound» und das erstmals geplante «Pipes n’Drums» – verschoben werden mussten, verzichtet die nfg auch auf die Durchführung der beiden Schnitzelbankfeste in der Kulturhalle Glärnisch. Sowohl die Gesundheitsrisiken wie auch die finanziellen Unwägbarkeiten haben den Vorstand schweren Herzens zu diesem Schritt veranlasst. Entsprechend fällt auch der Vorverkaufsanlass dafür aus. Ebenfalls aufs kommende Jahr verschoben wurde das «Fasnachtsspiel», ein Theater in Kooperation mit dem SeesichtTheater und in Anlehnung an die Aufführungen der X-Gesellschaft, einer der Vorgängerorganisationen der nfg.
Was aber findet – nach aktueller Planung – statt? Der «Anlüger vom Zürichsee» ist ab dem 14. Februar an diversen Verkaufsstellen in und um Wädenswil erhältlich. Ab dem 23. Februar lädt die dekorierte Konfetti-Bar in die «Sonne» an der Schönenbergstrasse 4 ein. Stand heute kann am 26. Februar die Beizenfasnacht, die sich in den letzten Jahren zu einem richtigen «Kleinguggen-Festival» entwickelt hat, mit den entsprechenden Auflagen durchgeführt werden.
Und auch wenn die geplanten Umzüge nicht stattfinden können, wird am Hauptfasnachtswochenende vom 4./5./6./7. März im Dorf Fasnacht gefeiert – wie genau, darüber informiert die nfg auf ihrer Website nfgw.ch (nfg)
Für weiterführende Informationen: Christoph «Lee» Lehmann, Präsident
praesi@nfgw.ch / Telefon 079 358 01 40

Die meisten Fasnachtsanlässe am See sind gestrichen

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Montag, 27. Dezember 2021, Text Daniela Haag

Schon wieder Absagen
Die Umzüge in Wädenswil und Horgen fallen erneut aus. Abgesagt sind auch die Jubiläumsanlässe in Wädenswil zum 50-jährigen Bestehen.
Auf der Website des Fasnachtskomitees Horgen zählt eine virtuelle Uhr zwar noch die Tage und Sekunden bis zum Fasnachtsbeginn. Nichtsdestotrotz gibt das Komitee bekannt, dass am Fasnachtswochenende vom 4. bis zum 6. Februar keine Veranstaltungen stattfinden. Dies betrifft alle Anlässe im Freien wie das Kinderwagenrennen und den Umzug. Auch sämtliche Schöneggler-Anlässe seien abgesagt.
«Wir haben alles versucht», bedauert das Komitee. Auch ein neues Komitee für die Organisation des Umzugs wurde ins Leben gerufen. Der Grund für die Absage seien die vom Bundesrat vorgegebenen Massnahmen, aber nicht nur. Die Horgner haben die Absage «vor allem aus Fürsorge und Respekt gegenüber allen Fasnächtlern, Horgnern und dem Pflegepersonal» beschlossen, wie sie schreiben.

Light-Version nicht möglich
«Wir hatten schon viel geplant, auch ein spezielles Konzept», sagt Dani Zuber von den Narrenprinzen im Namen des Komitees. Doch leider sei auch eine Fasnacht light nicht möglich. «Wir haben eine gewisse Vorbildfunktion», begründet er. «Es wäre ein falsches Zeichen gewesen, ein Risiko einzugehen und grosse Anlässe durchzuführen.» Ein kleiner Trost bleibt: Die Fasnachtszeitung «G’hörscht» wird erscheinen.
Bereits zum dritten Mal in Folge müssen sich die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler am Zürichsee wegen Corona in Verzicht üben. Schnitzelbänke, Maskenball und vor allem die grossen Umzüge, die in Horgen und Wädenswil jeweils Tausende Besucherinnen und Besucher anlocken, sind abgesagt.
Dass die Fasnacht 2022 erneut der Pandemie zum Opfer fällt, befürchteten viele schon Anfang Dezember, als die Fallzahlen wieder stiegen und die Omikron-Welle anrollte. Der kürzliche Bundesratsentscheid bedeutete dann endgültig das Aus für die übliche bunte, laute und gesellige Narrensaison.
Seit Montag dürfen Ungeimpfte keine Restaurants oder Kultur- und Sporthallen mehr besuchen. Es gilt in Innenräumen die 2-G-Pflicht. Auch Veranstaltungen im Freien sind eingeschränkt. Anlässe mit über 300 Personen darf nur besuchen, wer geimpft, genesen oder getestet ist (3-G).
Gestrichen ist die Fasnacht auch in Stäfa. Einerseits wegen der pandemiebedingt unsicheren Lage, wie Karin Wild von der Laliburger Fasnachtszunft sagt. Aber auch, weil die Turnhalle Kirchbüel aus Brandschutzgründen für Fasnachtsanlässe nicht mehr zur Verfügung steht. Nun hätten sie mehr Zeit, eine geeignete Lokalität zu finden, sagt Karin Wild.

Jubiläum gestutzt
Besonders bitter ist die Lage in Wädenswil, wo die «Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil» (NFG) ihr 50-Jahr-Jubiläum gross feiern wollte. Doch der NFG-Vorstand teilte am Donnerstag mit, dass die beiden Jubiläumsveranstaltungen nicht stattfinden, sie seien verschoben worden. Alternativen würden noch geprüft.
Geplant waren zum Jubiläum ein Guggenkonzert mit Orgelmusik in der Kirche sowie der Grossanlass «Pipes n’Drums» mit verschiedensten Mitwirkenden in der Sporthalle Glärnisch. Nicht nur der Anlass selber sei nicht möglich. Die teilnehmenden Gruppen könnten vorab auch keine Proben durchführen.
Die übrigen Fasnachtsaktivitäten «sollten mit Corona-bedingten Einschränkungen» durchgeführt werden können, gibt sich das Komitee in seiner Medienmitteilung vorsichtig-optimistisch. Noch stehen auf dem Programm unter anderem eine Fasnachtsbuch-Präsentation, «Fasnacht on Ice», Schnitzelbank-Feste oder die Kinderfasnacht.


50-Jahr-Jubiläum der Neuen Fasnachtsgesellschaft mit grossen Einschränkungen

Quelle: Wädenswiler Anzeiger (Online-Ausgabe), Mittwoch, 22. Dezember 2021, (e)
 
Die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) teilt mit grossem Bedauern mit, dass die Jubiläumsfasnacht 2022 aufgrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante nicht so, wie in vielen Vorbereitungssitzungen geplant, stattfinden kann. Insbesondere werden die beiden Jubiläumsveranstaltungen Pipes n’Drums in der Sporthalle Glärnisch und das Guggenkonzert mit Orgelmusik in der Kirche auf ein späteres Datum verschoben. Die Gründe dafür sind coronabedingte Absagen von teilnehmenden Gruppen und ein zurückhaltender Vorverkauf. Bereits bezahlte Eintrittsgelder werden zurückbezahlt.
Die drei geplanten Umzüge sind von aktuellen Lage ebenfalls betroffen. Diese sind, selbst mit tieferen Zuschauerzahlen, mit den aktuellen Vorschriften nicht durchführbar. Der Nachtumzug vom Samstagabend ist definitiv abgesagt. Für den grossen Umzug vom Sonntag und den Kinderumzug vom Montag werden derzeit coronagerechte Alternativen geprüft und organisiert.
Die übrigen Fasnachtsaktivitäten sollten mit coronabedingten Einschränkungen durchgeführt werden können. Der erste Fasnachtsanlass im Jubiläumsjahr 2022 ist die Plakettenvernissage am 6. Januar 2022. Diese Aussenveranstaltung findet im Einkaufszentrum «di alt Fabrik» statt, im gedeckten Durchgang bei der Einfahrt Florhofstrasse zur unteren Parkfläche.
Der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft hofft, das 50-Jahr-Jubiläum der NFG im 2023 als «Jubiläum 50+1» würdig nachholen zu können. (e)

Das war die Nicht-Fasnacht 2021

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Montag, 15. Mär 2021, Text und Bilder: Stefan Baumgartner
 
Fasnacht abgesagt! Ja, aber nicht ganz ... Ein Auf und Ab war die Planung und Organisation der Fasnacht 2021, die mit der offiziellen Absage gipfelte. Doch trotzdem – oder gerade deswegen – herrschte am Wochenende vom 20./21. Februar – gemässigtes – Narrentreiben.

Die Neue Fasnachtsgesellschaft als Organisatorin der Wädenswiler Fasnacht hat trotz der Absage eine Plakette, und die Fasnachtszeitung – den «Anlüger vom Zürichsee » – herausgegeben, die beide auch reissenden Absatz fanden. Und wer auf Youtube nach «Freunde der nfg» sucht, findet einen Fasnachtsfilm, der das heimische Fasnachtsschaffen sehr schön beschreibt. Die Kinter-Clique wollte mit einer Schnitzeljagd durchs Dorf noch so etwas wie Fasnachtsstimmung verbreiten, wurde aber in letzter Minute von den Behörden zurückgepfiffen. Und anstatt mit Instrumenten waren die Guggenmusikanten der Trubadix auch als Essenslieferanten unterwegs und versorgten hungrige Bööggen. Nachfolgend drei Berichte, verfasst von der jeweiligen Gruppe, zur vergangenen Fasnacht:

NFG: Take-away-Spaziergang mit Leiterwagen

Der NFG-Vorstand hat sich im Oktober zu einem Workshop getroffen und entschied sich, zumindest eine Teilfasnacht durchzuführen. Geplant waren die Kreation und Herausgabe einer Plakette mit Vernissage, einer Fasnachtszeitung, einer Dorffasnacht oder sogar einer kleinen Kindermaskenprämierung für die jüngsten Teilnehmer. Auch die Idee eines virtuellen Schnitzelbankfestes, welches im Laufe der Vorbereitung zu einem Fasnachtsfilm mutierte, wurde an die Hand genommen. Die im Dezember und Januar geänderten Vorgaben fürs öffentliche Leben hatten dann unsere Vorbereitungen abrupt beendet. Wir mussten das «Aus» der verkleinerten Wättischwiler Fasnacht 2021 erklären.
«Nichts desto trotz, wideremal use gaa und öpper träffe!» – Nach dieser Absage planten wir als Dreiergruppe einen kostümierten Samstagabend-Spaziergang mit Leiterwagen durchs Dorf.
Eine kleine Bööggen-Familie vor der Weinbar Rössli.
Hatten wir uns gefreut, als wir vor dem Rössli einige bekannte Gesichter trafen. Gleichgesinnte, die wohl auch mit dem mutierten Virus infiziert waren. Weil Restaurants als Take-away geöffnet waren und eine motivierte, aufgestellte Crew neben Getränken auch Gerstensuppe und Schnitzelbrote für den kleinen Hunger anbot, sind wir bis über die Schliessung um 22 Uhr in dieser Umgebung verhocket. Fazit: Wir erlebten einen stillen, fast melancholischen Abend ohne Menschenansammlung, Jubel, Trubel, Heiterkeit und Musik – spazierten von Take-away zu Takeaway und kehrten später am Abend zufrieden nach Hause zurück.

Christoph Lehmann, Präsident Neue Fasnachtsgesellschaft
 

Kinter-Clique: Frust über Absage

Die Fasnacht 2020 war bereits sehr frustrierend, da der Umzug kurzfristig abgesagt wurde und wir unseren Wagen nicht präsentieren konnten. Obwohl immer noch Corona herrschte, haben wir uns auf die Fasnacht 2021 eigentlich sehr gefreut, da wir als Ersatz für die normale Fasnacht unseren Kinter-Trail durchführen wollten. Die extrem kurzfristige Absage durch die Kantonspolizei – gerade mal einen Tag vorher – war für uns eine Katastrophe. Wir hätten etwa 200 Teilnehmer gehabt und mussten allen einen Korb geben. Bei den Fasnächtlern wurde unser Einsatz aber sehr geschätzt, und wir durften viel Lob entgegennehmen.
Trotz allem Frust ist die diesjährige Fasnacht nicht spurlos an uns vorbei gegangen. So haben wir am Samstagnachmittag einen Hamburger beim Restaurant Rössli geniessen können. Dabei ist doch noch etwas fasnächtliche Stimmung aufgekommen und wir konnten einige Fasnächtler antreffen. Auch am Abend war der eine oder andere von uns noch auf den Gassen unterwegs. Nun hoffen wir schwer, dass unser Fasnachts-Entzug ein Ende hat und wir nächstes Jahr wieder richtig Gas geben können.

Reto Pfister, Präsident Kinter-Clique
 

Trubadix: Lieferservice

Wer hätte je gedacht, dass die Trubadix mal gezwungen werden, ihre Instrumente an der Fasnacht im Keller zu lassen. Der Grund dafür ist allen klar. Wir mussten aufgrund der Bestimmungen schon früh das Handtuch werfen. Wir verbrachten die Fasnacht 2021 somit damit, um in Erinnerungen zu schwelgen und uns per Videochat zu «treffen».
Die Idee für den «Fasnachtslieferdienst» kam eher spontan, knapp eine Woche vor dem Fasnachtssonntag. Jedoch sind die spontanen Ideen ja meistens die Besten. Zugegeben, wir haben die Idee «abglueget » von einer Guggenmusik aus der March – herzlichen Dank dafür! So machten sich ein paar Mitglieder auf, die Idee für die Wädenswiler umzusetzen. Es galt Gespräche zu führen, die «Gadgets» auszusuchen, einzukaufen und den Flyer zu gestalten.
Die Aufwände hatten sich dann auch gelohnt! Ganze 70 Fasnachts-Pakete durften wir in und um Wädenswil ausliefern. Die Rückmeldungen waren durchs Band positiv, und uns machte es grossen Spass, ein kleines bisschen Fasnacht in die Stube der Menschen zu bringen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Besteller, Unterstützer und natürlich dem Restaurant Gambrinus, welches ebenfalls spontan ihren Freitag gestrichen hatte, um den Wädenswilerinnen und Wädenswilern «Feuerstein », den Klassiker aus der Gambrinus-Küche, zu zaubern.
Wir hoffen sehr, dass wir nächstes Jahr wieder mit allen feiern können und freuen uns jetzt schon extrem darauf!

Janine Föllmi, Präsidentin Guggemusig Trubadix

«Läck, isch das en Schissdräck ...»

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Montag, 15. Februar 2021, Text: Stefan Baumgartner, Bild: Foto Tevy Wädenswil
 
So hiess bis ins Jahr 2017 das Programm der «Panzerknacker-Klickä» auf der Schnitzelbankbühne – und dieser Titel passt ganz gut zur diesjährigen Fasnachtssituation.
Am Wochenende vom 19. Bis 22. Februar würde eigentlich die Wättischwiler Fasnacht stattfinden, ein erster Höhepunkt im Wädenswiler Jahreskalender. Schweren Herzens musste die organisierende Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) im Januar jedoch sämtliche Aktivitäten coronabedingt absagen – ein Novum in der 49-jährigen Geschichte des Vereins.
Bereits letztes Jahr mussten die Umzüge – der Grosse Umzug vom Fasnachtssonntag sowie der Kinderumzug am Montag – abgesagt werden. Corona holte damals erst so richtig Anlauf, ehe es über Europa hereinbrach. Darum konnten auch die anderen Fasnachtsaktivitäten, wie etwa die Schnitzelbankfeste oder der Bööggetanz, abgehalten werden. Dieses Jahr findet von offizieller Seite her gar nichts statt – das erste Mal, seit die Neue Fasnachtsgesellschaft die Fasnacht organisiert. Dies ist seit 1973 der Fall, und nur einmal stand die Durchführung der Fasnacht zur Diskussion: 1991, als am 16. Januar der Zweite Golfkrieg begann. Reihum wurden deswegen Fasnachtsveranstaltungen abgesagt: Von Mainz über Köln, bis hin in die Schweiz. Auch in Wädenswil wurde die «Etzel-Bööggete» nicht durchgeführt. Die katholische Pfarreifasnacht im Etzelsaal wurde jeweils eine Woche vor den eigentlichen Wädenswiler Fasnachtsveranstaltungen durchgeführt. Über die von der NFG organisierten Veranstaltungen wurde im Vorstand zwar diskutiert, doch entschied sich das Organisationskomitee, die Fasnacht durchzuführen. Ernst «Grübi» Brupbacher, damals NFG-Vorstandsmitglied und heutiger Stadtrat, erinnert sich: «Das war für uns ein schwieriger Entscheid: Rundum wurde die Fasnacht abgesagt, und es entstand ein gewisser Druck, obwohl die Schweiz nicht betroffen war. Doch es galt auch die stundenlangen Vorbereitungen der einzelnen Gruppen zu honorieren. So entschieden wir uns für die Durchführung.»

Nur Kriege oder Seuchen verhindern Narrentreiben

Kriege oder Seuchen waren schon immer Verschiebungsgründe für die Fasnacht. So vermerkt das Standardwerk der hiesigen Fasnachtsgeschichte, das Büchlein «Wädenswiler Fasnacht» von Peter Ziegler, dass eine der Vorgängerorganisationen der NFG, die X-Gesellschaft, aufgrund des Ersten Weltkriegs 1915 und 1916 auf den traditionellen Maskenball verzichtete. 1917 und 1918 verbot der Zürcher Regierungsrat sämtliche Fasnachtsaktivitäten, und 1919 wütete die Spanische Grippe, so dass ebenfalls ein Verbot ausgesprochen wurde. 1929 wurde wegen einer Scharlach-Epidemie kein Kinderumzug abgehalten; grundsätzlich war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen schwierig, was auch die organisierende X-Gesellschaft merkte. Während des Zweiten Weltkriegs schliesslich ruhte die Fasnacht gänzlich, und in den 50er- und 60er-Jahren war die Wädenswiler Fasnacht dann praktisch inexistent.
Der Fasnachtsumzug 1991 fand trotz der durch allierte Streitkräfte begonnenen Befreiung Kuwaits statt – der SC Wadin brillierte mit einer aufklappbaren Hamburgerschachtel auf seinem Umzugswagen.

Dorforiginal umgeht Fasnachtsverbot

Wie von Behörden ausgesprochene Verbote gewitzt umgangen werden können, bewies das Dorforiginal Hans Heinrich Baumann, bekannt als «Baneeter-Buume» (1785–1871). Folgende Episode ist nachzulesen im Jahrbuch der Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1977 von Peter Ziegler: Wenige Tage vor der Fasnacht liess die Wädenswiler Gemeindebehörde ein Inserat in der Zeitung erscheinen, dass in Anbetracht der überhandnehmenden Maul- und Klauenseuche beschlossen worden sei, das sogenannte «Bööggen» an kommender Fasnacht auf Strassen und in Wirtschaften zu verbieten. Zuwiderhandlung würde mit Busse von 5 bis 10 Franken bestraft. Das Inserat wurde kontrovers diskutiert und veranlasste Baumann zur Äusserung: «Ich bi dr Asicht, d’Helfti vom Gmeindrat seigid Chälber, suscht chönntes nüd eso e Chalberei bschlüsse!»
«Baneeter-Buume» richtete ein Gesuch an den Gemeinderat und bat inständig, man möge ihm doch das «Bööggen» an der kommenden Fasnacht erlauben. Die Behörde beharrte auf ihrem Beschluss; die Bitte wurde abgeschlagen. Da trug Baumann seinen Wunsch dem Gemeindepräsidenten persönlich vor. Aber dieser verwies auf den Entscheid des Rates und winkte ab. «Gestatten Sie mir wenigstens das Bööggen aus dem Fenster? » Der Präsident lächelte: «Wenn es unbedingt sein muss, das erlaube ich.» So kam der Fasnachtstag, die Wädenswiler waren alle an ihrer Arbeit. Was war das plötzlich für ein Rufen, Schreien und Lachen? Der Gemeindepräsident riss den Fensterflügel auf und schaute hinaus. «Zum Teufel noch einmal! Das Fasnachtsverbot wird nicht eingehalten!» Mit verstellter Stimme riss einer seine Spässe. Es war «Baneeter-Buume»! Er trug ein grosses Vorfenster vor sich her und hatte den Kopf durch einen Fensterflügel gesteckt. So schaute Baumann frech zum Präsidenten hinauf: «Herr Präsident», rief «Baneeter-Buume» vergnügt, «nicht wahr, Sie haben es mir erlaubt, zum Fenster hinaus zu bööggen?»


Fasnächtler ziehen statt per Umzug via Trail durch Wädenswil

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 05. Februar 2021, Text Linus Walpen, Bild Manuela Matt

Fasnacht in Wädenswil Die Pandemie macht eine Fasnacht unmöglich. Die «Kinter Clique» hat einen Plan, das Fest doch noch durchzuführen, allerdings auf eine besondere Art.
Fasnächtler haben es dieses Jahr schwer. Als der Bundesrat am 6. Januar an seinen Massnahmen festhielt, wurden im ganzen Bezirk Horgen alle Festaktivitäten abgesagt. Um die Fasnacht nicht ganz aufzugeben, plant die «Kinter Clique», einen Fasnachts-Trail in Wädenswil durchzuführen. Bei dem Trail können Kleingruppen und Einzelpersonen verschiedene Rätsel lösen und sich so von einem Posten zum nächsten durchknobeln.
«Die Idee mit dem Trail war naheliegend», sagt Lukas Klingler, Kassierer der «Kinter Clique». Die Gruppe wollte nicht ganz auf die Fasnacht verzichten, es war aber auch klar, dass man unter diesen Umständen keine normalen Veranstaltungen planen könne. «Eine Schnitzeljagd ist deshalb eine gute Lösung. Wir können so die Grösse der Gruppen steuern, und es kommt zu keinen grösseren Versammlungen», sagt Lukas Klingler.
Ruhe in Frieden, Fasnacht 2021: Die «Kinter Clique» bietet ein Alternativprogramm an.

Grosser Aufwand

Wer teilnehmen will, kann sich auf der Website der Gruppe anmelden, mitlaufen kann jeder, egal ob jung oder alt. Durchgeführt wird der Trail am Fasnachtswochenende, vom 20. bis 22. Februar, jeweils von 9 bis 17 Uhr. Ausgangspunkt der Schnitzeljagd ist das Restaurant Rössli, wo Teilnehmer auch ein Aufgabenblatt erhalten.
Obwohl die «Kinter Clique» eine geeignete Route schnell gefunden hat, nehmen die einzelnen Posten viel Zeit in Anspruch. «Wir mussten uns für jeden Posten etwas überlegen und das dann auch umsetzen und ausarbeiten», sagt Lukas Klingler. Dafür scheut die Gruppe keinen Aufwand. Neben Holzarbeiten würden laut Klingler auch einzelne Elemente mit einem 3-D-Drucker produziert.
Eine grosse Herausforderung ist es auch, ein greifendes Schutzkonzept zu erstellen. Aus diesem Grund seien sie mit den Behörden in Kontakt, sagt Klingler weiter. Die Clique hat dabei verschiedene Vorkehrungen getroffen. So stünden bei jedem Posten mit Kontaktflächen Desinfektionsmittel zur Verfügung, sagt Klingler.
Die Kontaktdaten der Teilnehmer werden nicht erfasst, da bei der Schnitzeljagd jederzeit die Schutzbestimmungen eingehalten werden können. Es müssen aber die ganze Zeit Schutzmasken getragen werden. Alle 15 Minuten kann eine Gruppe die Schnitzeljagd starten. Diese dürfen gemäss Schutzkonzept aus höchstens fünf Personen, die aus zwei verschiedenen Haushalten kommen dürfen, bestehen.

Verschiedene Aktionen geplant

Für die Gruppe war die Absage der Fasnacht eine grosse Enttäuschung. Auch wenn privat einige Mitglieder gerade viel zu tun hätten, sei die Fasnacht immer das Ereignis, auf das die Gruppe das ganze Jahr hinarbeiten würde, so Klingler. Weil man sich das Jahr über nicht viel sehe, gehöre die Fasnachtszeit ganz der Clique.
Insgesamt zählt die «Kinter Clique» 18 Mitglieder, die alle zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. An der Fasnacht nimmt die Gruppe jeweils mit ihrem selbst kreierten Wagen an verschiedenen Umzügen teil.
Die «Kinter Clique» ist nicht die einzige Gruppe, die trotz der Pandemie etwas für die Fasnacht geplant hat. Bereits am Montag gab die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) die Veröffentlichung der fasnächtlichen Dorfpostille bekannt. Im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» thematisiert die NFG unter anderem das Budget von Wädenswil. Zudem will die Gesellschaft ab dem 19. Februar auf ihrer Website (www.nfgw.ch) virtuelle Veranstaltungen durchführen.

Wädenswiler Budget wurde ein Fall für die Fasnacht

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Dienstag, 02. Februar 2021, Text Daniel Hitz

Fasnachtszeitung
Den Wädenswilern bleibt dieses Jahr zumindest ein Hauch von Fasnacht erhalten. Seit gestern ist der «Gemeine Anlüger vom Zürichsee» in mehreren Läden erhältlich. Die Zeitung der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (nfg) verrät nicht nur, weshalb die Stadt überhaupt einen höheren Steuerfuss einführen wollte, sondern will auch gleich dafür sorgen, dass dieses Jahr nicht Bundesrat Alain Berset, sondern ein Wädenswiler Jungpolitiker der CVP, der für die Ablehnung des Stadtbudgets mitverantwortlich war, den Prix Courage erhält.

Erbarmen und eine Warnung
Wie immer ist in der Wädenswiler Fasnachtszeitung auch etwas für die Schwanenhälser – also die Horgner – und die Trunliibler – die Richterswiler – dabei. Die Wädenswiler Fasnächtler haben denn unter anderem Erbarmen mit dem Horgner Schwan, der sich wegen des Schulstreits schon ein Drittel seiner Federn ausgerissen hat. Den Turnliiblern sprechen sie eine Warnung aus: Das Hornareal, das diese vom Kanton geschenkt erhalten haben, sei ein Trojanisches Pferd gefüllt mit versteckten Kosten.
Verschont von der fasnächtlichen Dorfpostille bleibt auch Stadtpräsident Philipp Kutter nicht. Zwar wird er weniger in seiner Funktion als Stapi aufs Korn genommen als viel mehr in seiner Rolle, die er vergangenes Jahr auf nationalem Parkett spielte. Die Fasnächtler stellen im «Anlüger» eine Theorie auf, weshalb es mit seinem Vorstoss zu den Kinderabzügen nicht so recht klappen wollte.
Der «Gemeine Anlüger» ist für 5 Franken in Wädenswil in der Konditorei Brändli, der Bäckerei Gantner, im Volg, am Kiosk an der Oberdorfstrasse, an der Avia-Tankstelle, in der H. J. Langendorf AG oder in der Landi erhältlich. In Hütten im Volg, in Schönenberg in der Metzgerei Treichler und in Richterswil im Dubach sowie im Volg Samstagern. Weitere Infos und ein Video auf www.nfgw.ch


Jetzt muss auch die Fasnacht coronakapitulieren

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Dienstag, 19. Januar 2021, Text: Stefan Baumgartner Illustrationen/Bild: zvg

Die Neue Fasnachtsgesellschaft, die die Wädenswiler Fasnacht seit 49 Jahren organisiert, hoffte bis zuletzt, wenigstens einen Teil ihrer Aktivitäten durchzuführen. Mit der Ausweitung und Verschärfung der bundesrätlich beschlossenen Massnahmen, löste sich diese Hoffnung in Luft auf.

Vor einem Jahr konnte die Wädenswiler Fasnacht noch zu einem schönen Teil durchgeführt werden, ehe der ganze Coronawahnsinn über uns hereinbrach. Dieses Jahr sieht’s weniger toll aus – schon der Startschuss wurde ins Internet verschoben.

Virtuelle Plakettenvernissage
Seit einigen Jahren führt die Neue Fasnachtsgesellschaft immer am 6. Januar die Plakettenvernissage durch. Dabei wird das neue Sujet der aktuellen Plakette gezeigt, gleichzeitig ist dieser Anlass auch der Startschuss für die Wädenswiler Fasnachtsaktivitäten. Heuer ist alles etwas anders. So konnte auch dieser Anlass nicht durchgeführt werden, wenigstens nicht im gewohnten Rahmen. Der Plaketten-Countdown – also die Präsentation der Sujets, die zwar zur Diskussion standen, aber schliesslich aussortiert wurden – und die Plakette 2021 wurden am 6. Januar auf die NFG-Homepage aufgeschaltet. Der Spruch «Statt Covid 19 Fasnacht 21» sagt prägnant aus, was die Wädenswiler Fasnächtler wollten: Trotz des alles lahmlegenden Virus’ eine lebendige Fasnacht im Dorf. So wurde also trotzdem eine Plakette hergestellt. Die goldene Version gab es nur auf Vorbestellung, über 400 Exemplare gingen an treue Fasnächtler.

Der «Plaketten-Countdown», zusammen mit der Plakette 2021.

Seit 7. Januar können die Bronze- und Silberplaketten beim Getränkehändler H.J. Langendorf, Zugerstrasse 27, und bei der Bäckerei Gantner, Schönenbergstrasse 11, gekauft werden. Weil auch dieses Jahr keine Umzüge stattfinden, werden die Plaketten vergünstigt abgegeben: die Bronzeplakette für CHF 5 (statt 8) und die Silberne für CHF 8 (statt 12). «Wir möchten damit die Sammler und die treuen Unterstützer der Wättischwiler Fasnacht ansprechen», sagt NFG-Präsident Christoph Lehmann.

Absage aller Fasnachtsveranstaltungen
Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation und des Entscheides des Bundesrates hat der Vorstand der NFG am 14. Januar beschlossen, sämtliche Fasnachtsveranstaltungen definitiv abzusagen. «Der Vorstand bedauert, die vielen Unterstützer und Freunde der Wättischwiler Fasnacht und die verschiedenen Fasnachtsgruppen enttäuschen zu müssen, jedoch lässt ein gesunder Menschenverstand keine andere Entscheidung zu», sagt Lehmann. Immerhin gibt es ein kleines Trostpflaster: Für Fasnacht in den eigenen vier Wänden werden virtuelle Fasnachtsbeiträge auf www.nfgw.ch vorbereitet. Diese werden zu Beginn des Fasnachtswochenendes aufgeschaltet. Und nichts wird echte Fasnächtler davon abhalten, zwischen 19. und 22. Februar auf einen fasnächtlichen Bummel durchs Dorf zu gehen.
 
«Anlüger» erscheint
Geschrieben ist der Allgemeine Anlüger vom Zürichsee, das «schräge Tag- und Nachtblatt». Die Fasnachtszeitung erscheint in der ersten Februarwoche und nimmt wiederum – mittlerweile im 46. Jahrgang – Personen und Persönlichkeiten, Geschehenes und lieber Ungeschehenes aufs Korn. Traditionell sind Politiker und politische Begebenheiten gerne gelesene und dankbare Themen; mit der Budgetrückweisung lieferte das Fähnlein der «Bürgerlichen Allianz» eine Steilvorlage. Und was Stapi Kilipp Phutter nach seiner Politkarriere tun wird: Der Anlüger weiss es exklusiv. Erhältlich ist der «Anlüger« an verschiedenen Verkaufspunkten in Wädenswil, Schönenberg und Hütten.

So kommt in Wädenswil trotzdem Fasnachtsstimmung auf

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 7. Januar 2021 Text Dorothea Uckelmann, Foto Christoph Lehmann

Fasnachtsplakette enthüllt
Nun ist selbst in Wädenswil jede Hoffnung auf eine Durchführung der Fasnacht geschwunden. Dennoch müssen die Fasnächtler nicht ganz verzichten.
Im ganzen Bezirk Horgen ist die Fasnacht schon längst abgesagt worden. Nur die Neue Fasnachtsgesellschaft (nfg) Wädenswil stemmte sich dagegen. Bis am Mittwoch, 6. Januar, als der Bundesrat verkündete, die derzeitigen Massnahmen gegen das Coronavirus beizubehalten und allenfalls noch verschärfen zu wollen. Der Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, ist enttäuscht: «Unter diesen Voraussetzungen können wir die Fasnacht nicht durchführen.» Schliesslich wolle man eine sichere Fasnacht und auf keinen Fall etwas Unmögliches durchdrücken. Ursprünglich wollte sich der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft erst am 22. Januar treffen, um dann definitiv zu entscheiden, ob die Fasnacht stattfindet.

400 Plaketten verkauft
Noch Ende Oktober hoffte die nfg, die Fasnacht in abgeschwächter Form feiern zu können. Auch die Plaketten sind schon produziert und das Motto festgelegt worden: «Statt Covid 19 Fasnacht 21». Dieses prangt auf der Fasnachtsplakette, welche die nfg am Abend des 6. Januar auf ihrer Website veröffentlicht hat. Wie Christoph Lehmann sagt, war Corona jedoch nicht das einzige Sujet, welches für das Plakettenteam infrage kam. In die engere Auswahl schafften es in diesem Jahr die Agroscope Wädenswil, welche dem Sparzwang des Bundes zum Opfer fällt. Auch die abgesagten Veranstaltungen hätten es beinahe auf die Plakette geschafft sowie der Wädenswiler Steuerfuss oder die Mini-Chilbi. Die nfg hofft, dass die Plaketten nun nicht umsonst produziert wurden. Immerhin wurden bereits 400 Goldplaketten vorbestellt und verkauft. Einen Strassenverkauf der Plaketten gibt es dieses Jahr nicht. «Wir haben nur 150 Bronze und 100 Silberplaketten hergestellt», sagt Lehmann. In den letzten Jahren waren es insgesamt über 4000 Plaketten.
«Wir möchten damit die Sammler respektive die treuen Unterstützer der Wädenswiler Fasnacht ansprechen», sagt Lehmann. Ab Donnerstag, 7. Januar, kann man die Plaketten im Ladenvon Langendorf Getränke an der Zugerstrasse und bei der Bäckerei Gantner an der Schönenbergstrasse kaufen. Da keine Umzüge stattfinden, werden die Bronzeplaketten für 5 statt 8 Franken und die Silberplaketten für 8 statt 12 Franken abgegeben.

«Anlüger» erscheint
Nun hofft die nfg, dass die Fasnacht zumindest in der Erinnerung der Fasnächtler stattfindet. Ganz und gar verzichten müssen die Fasnachtsbegeisterten nämlich nicht auf die Fasnacht. «Unsere Fasnachtszeitung ‹Der Anlüger› wird trotz allem erscheinen», sagt Lehmann, denn Dorfpossen gab es auch im Jahr 2020. Zudem produziert Brauni (Bruno Cogliati), der sonst jeweils durch das Schnitzelbankfest führt, einen Fasnachtsfilm, den die nfg auf ihrer Website präsentieren möchte. «Während der Fasnachtstage werden wir keine Däumchen drehen», sagt Lehmann. Schliesslich gelte es, das 50-Jahr-Jubiläum der nfg vorzubereiten, das Anfang des nächsten Jahres mit verschiedenen Anlässen gebührend gefeiert werden soll. «Nun können wir Anlauf für die Fasnacht 2022 nehmen.»

Im kleinen Rahmen sollen im nächsten Jahr die Fasnächtler in den Gassen feiern können. Das Schnitzelbankfest und der Umzug fallen aus.
Im März 2019 herrschte noch buntes Treiben in den Strassen von Wädenswil. Bereits in diesem Jahr fielen diverse Veranstaltungen aus, und auch im kommenden Jahr kann die Fasnacht nur begrenzt durchgeführt werden. Foto: Archiv

Ganz auf die Wädenswiler Fasnacht verzichten will die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) im nächsten Jahr nicht. Doch klein muss sie sein. «Darum haben wir uns in einer langen Sitzung dazu entschlossen, das grosse Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch im nächsten Jahr nicht durchzuführen», sagt Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft.
Auch die anderen Indoor-Anlässe in der Kulturhalle wie Frühschoppen, Böggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht hat die NFG nun abgesagt. «Wir können sie aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen nicht durchführen», sagt Lehmann. Wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen, wie Maskenpflicht und Abstandsregel, finden auch der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag nicht statt. Auch in Horgen fallen die Schnitzelbank, der Maskenball und der Umzug aus.

Dorffasnacht findet statt
«Aber dennoch wollen wir uns den Spass nicht nehmen lassen und können ein paar Anlässe, die zur Fasnacht gehören, organisieren», sagt Lehmann. Denn bereits die minimierte Chilbi in Wädenswil habe gezeigt, dass solche Anlässe in Wädenswil willkommen sind. «Schliesslich können wir nicht unser Leben im Schneckenhaus verbringen», sagt Lehmann.
Den Auftakt der Fasnacht bildet wie in den vorangegangenen Jahren die Präsentation der Fasnachtsplakette mit dem neuen Motto. Diese wird wie in den vorhergehenden Jahren am 6. Januar an der Plakettenvernissage vorgestellt. Erwerben kann man Bronze-, Silber- und Goldplaketten. «Allerdings werden wir sie in einer geringeren Stückzahl herstellen lassen», sagt Lehmann.
Auch die Fasnachtszeitung «Anlüger» wird produziert und in den Verkauf gebracht. Denn obwohl Corona im Frühjahr das Leben ziemlich lahmgelegt hat, habe sich im Dorf doch einiges bewegt, das im «Anlüger» auf die Schippe genommen werden könne, sagt Lehmann, ohne jedoch weitere Details zu verraten.
Die NFG hofft, dass am 19. Februar die Möglichkeit besteht, die Fasnacht zu feiern. Dafür unterstützt sie die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sodass eine Beizenfasnacht stattfinden kann. Lehmann ist der Meinung, dass es sich bei deren Durchführung um ein überschaubares Risiko handelt. Zudem liege die Verantwortung, sich gemäss den Hygienevorschriften zu organisieren, bei den einzelnen Beizen.
Die Anlässe «Uf de Gass» an der Türgass sowie die Dorffasnacht inklusive «Zugeri lebt» am Fasnachtssamstag sollen stattfinden. Damit dann fasnächtliches Treiben herrschen kann und die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen ihre Wagen präsentieren können, werde die Zugerstrasse am Abend gesperrt.

Flexible Planung nötig
An verschiedenen Plätzen dürfen Guggenmusiken für Unterhaltung sorgen. Was eventuell sogar in einem Monsterkonzert und einer Kindermaskenprämierung am Sonntag, 21. Februar, beim Gewerbeschulhaus gipfeln könnte. Den Abschluss der fünften Jahreszeit soll dann das vorgezogene Abschlusskonzert am Sonntagabend bilden.
«Da derzeit keiner weiss, wie die Situation im Februar sein wird, bleiben wir flexibel und werden gegebenenfalls unser Programm nochmals anpassen», sagt Christoph Lehmann.


So feiert Wädenswil 2021 Fasnacht

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 16. Oktober 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Nach 2020 findet auch 2021 kein Umzug statt.
 
 
Am 11. September führte die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil ihre alljährliche Generalversammlung durch. Sie erhielt dort auch den Auftrag, ihre Mitglieder – die Fasnachtsgruppen und -musiken – bis zum 1. November 2020 über die geplanten und wegfallenden Anlässe zu informieren.
Die nfg debattierte intensiv darüber, auch am Klausurwochenende vom 3./4. Oktober. Folgende Entscheide wurden aufgrund der aktuellen Situation und den derzeit herrschenden Bestimmungen gefällt:
– Wie in den vorhergehenden Jahren wird eine Fasnachtsplakette mit Motto kreiert und an der Plakettenvernissage am 6. Januar 2021 präsentiert. Auch der «Anlüger» soll wie geplant erscheinen.
– Sämtliche Indoor-Anlässe in der Kulturhalle müssen abgesagt werden, da sie nicht wirtschaftlich durchgeführt werden können. Dies betrifft die Schnitzelbankfeste (12./19.2.2021) sowie Frühschoppen, Bööggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht.
– Die beiden Umzüge, also der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag, können wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen (Maskenpflicht, Abstandsregel, etc.) nicht durchgeführt werden, da die nfg als Veranstalter für die Einhaltung der Regeln verantwortlich ist und allenfalls auch haftbar gemacht werden könnte.
Die nfg unterstützt die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Durchführung der Beizenfasnacht, die dieses Jahr am Hauptfasnachtswochenende, am Freitag, 19. Februar, stattfinden soll. Ebenso soll die Dorffasnacht am Fasnachtssamstag durchgeführt werden; die Zugerstrasse wird wie vorgesehen abends gesperrt, hier soll fasnächtliches Treiben herrschen. Die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen präsentieren ihre Wagen, Guggenmusiken spielen an verschiedenen Plätzen auf.
Die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft hofft, dass bis zu ihrem Jubiläumsjahr – 2022 feiert die nfg ihr 50-jähriges Bestehen – alle Viren und Narren wieder zur Besinnung gekommen
sind. [stb]

 



Wädi-Fasnacht: Fasnachtsumzüge abgesagt

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 28. Februar 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Aufgrund des Entschlusses der Stadt Wädenswil, die Umzüge vom Sonntag und Montag abzusagen (siehe Bericht hier), hat sich der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil zu einer ad-hoc-Sitzung getroffen und über das weitere Vorgehen beraten. Grundaussage: Die Fasnacht findet in reduziertem Ausmass statt.
Das Schnitzelbankfest von Freitag, 28.2., geht wie geplant über die Glärnisch-Bühne. Auch am Samstag finden die Anlässe «Uf de Gass» und vor allem auch das Kirchenkonzert in der reformierten Kirche mit den Luzerner «Wäsmali-Chatze» und Organist Wolfgang Sieber statt. Ebenso bestehen bleibt die Sperrung der Zugerstrasse, und jene Gruppen, die sich einen Platz auf der «Zugeri» gesichert haben, können dort nun wenigstens ihren Wagen präsentieren. Abgesagt wurde auch der Turnermaskenball.
Der Fasnachtssonntag beginnt wie gewohnt mit dem Frühschoppen in der Kulturhalle Glärnisch, Start ist um 11 Uhr und geht dann über in den Bööggetanz, der wegen des fehlenden Umzugs vorgezogen wird. Dieser soll zur eigentlich Fasnachtsparty am Sonntag werden; die Guggenmusigen, Fasnachtsgruppen und Böggen treffen sich dort. Das Guggenkonzert auf dem Platz vor dem alten Gewerbeschulhaus findet planmässig ab 15.30 Uhr statt.
Der Fasnachtsmontag, der traditionell den Kindern gehört, startet gleich um 14 Uhr mit dem Kinderball und der Maskenprämierung in der Kulturhalle Glärnisch. Ebenso treffen sich die Wädenswiler Guggen und Tambouren zum Abschlusskonzert und beschliessen um 22.45 Uhr eine denkwürdige Fasnacht 2020, die definitiv in die Geschichte eingehen wird.
Ob die Umzüge allenfalls nachgeholt werden, ist noch nicht entschieden.



Luzerner Organist zieht an der Wädenswiler Fasnacht alle Register

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 28. Februar 2020 Text Ueli Zoss, Foto André Springer

Für die Probe zog Organist Wolfgang Sieber in der Wädenswiler Kirche seine Schuhe aus.

Ein aussergewöhnliches Konzert bereichert die närrische Zeit in Wädenswil. Der Organist Wolfgang Sieber zeigt am Samstag in der reformierten Kirche sein Können, begleitet von Guggenmusik.
Am frühen Mittwochabend steigt Wolfgang Sieber, Kunst- und Kulturpreisträger der Stadt Luzern, die Treppe auf die Südwestempore der reformierten Kirche Wädenswil hoch. Ihn zieht es zur Orgel mit den drei Tastaturen, Pedalen und 41 Registern. Der mächtige Klangkörper ist mit Schnitzereien im Stil der Rokoko-Stuckaturen verziert. Der Organist macht es sich gemütlich. Er entledigt sich seiner Schuhe und nimmt in Socken auf der Orgelbank Platz. «Um die Pedale zu bedienen, braucht es spezielle Lederschuhe, mit denen man über die Pedaltasten gleitet.» Dieses Schuhwerk nehme er dann am Samstag für das Konzert mit. Um 19 Uhr beginnt der Ohrenschmaus mit dem Organisten der Hofkirche Luzern, begleitet vom Guggensound der Wäsmali-Chatze Lozärn, die mit über 50 Schränzern einmarschieren werden. Wenige Tage vor dem Auftritt gilt es für Sieber nun, die Klangfarben für das Zusammenspiel mit der Gugge zusammenzustellen. Er zieht buchstäblich alle Register, angeschrieben mit Waldflöte, Vox humana, Oktavbass, allen möglichen Blasinstrumenten oder Mixtur. «Ich bin von lauter Pfeifen umgeben», sagt er mit trockenem Humor, als die klangerzeugenden Teile der Orgel ertönen. «Ich arbeite seit 50 Jahren für die Kirche», fügt der weissbärtige Künstler an. Man komme in all dieser Zeit zur Erkenntnis, dass das Leben nicht immer ein Schleck sei. «Humor kommt einem dabei zugute.»

Loblied auf Guggen

Sieber ist mit der Registerprobe zufrieden und beginnt spontan Mani Matters Evergreens «Hemmige» und «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama» zu spielen. Virtuos kommt er von den Grundmelodien ab und improvisiert nach Lust und Laune – das Ganze in einem Tempo, das eher ein Pianist einschlägt. «Solch gängige Hits werden wir auch am Samstag spielen, ein paar schräge Töne selbstverständlich inbegriffen.» Guggenmusik schätzt der Kirchenmusiker hoch ein. Er attestiert ihr, Kulturgut zu sein. Den Guggen windet er ebenso ein Kränzchen: «Es gibt kaum eine besser funktionierende Gemeinschaft als eine Gugge.» Sieber und die Wäsmali-Chatze Lozärn gastieren am Fasnachtssamstag nach 2012 und 2014 zum dritten Mal in der reformierten Kirche Wädenswil. «Das erste Mal war es zu unserem 40-jährigen Vereinsjubiläum», sagt Paul Bossert, Ehrenmitglied des Veranstalters, der Neuen Fasnachtsgesellschaft. Zwei Jahre später hätten sie wegen des grossen Erfolges der Premiere den Anlass wiederholt. «Nun machen wir es auf vielseitigen Wunsch der Wädenswiler und Wädenswilerinnen zum dritten Mal.» Das Konzert bleibe einmalig, betont Bossert. Sieber und die Gugge treten in der Tat einzig noch am Luzerner Fastnachtssonntag während des Gottesdienstes in der Hofkirche auf, lassen es aber bei zwei, drei Stücken bewenden.
An die beiden Auftritte hat Sieber gute Erinnerungen: «Es war farbig, herzlich und heiter.» Er habe immer gedacht, die Zürcher seien nüchterne Leute. «Als sie nach unseren Gastspielen die Kirche verliessen, waren sie so ausgelassen, sie schienen keine Zürcher mehr zu sein.»

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Januar 2020 Text und Fotos Stefan Baumgartner

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt Dort, wo in der Silvesternacht kräftig aufs neue Jahr angestossen wurde, trafen sich nur sechs Tage später die Fasnächtler zur Plakettenvernissage. Dieser Anlass – mit der Präsentation der neuen Fasnachtsplakette – ist der eigentliche Startschuss zur Wädenswiler Fasnacht. Die diesjährige Plakette macht den YB-Meisterrasen, der auf der Beichlen neu verlegt wurde, zum Thema und macht sich gleichzeitig auch etwas über das erfolglose Fanionteam des FC Wädenswil lustig.
Die neue Plakette, präsentiert von den ehemaligen «Wüelmüüs» und NFG-Präsident Christoph Lehmann (mit roter Jacke).

Einen Becher Glühwein in der Hand, den einstimmenden Klängen der Guggenmusig Wadin Schränzer lauschend: So erwarteten die zahlreichen Zuschauer den Countdown und die folgende Präsentation des neuen Fasnachtsthema 2020. Die Akteure auf dem Eisfeld waren die beiden ehemaligen «Wüelmüüs» Urs Hermann und Peter Dolder sowie der Präsident der organisierenden Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph «Lee» Lehmann. Zuerst wurden jene Themen parodiert, die die Wädenswiler das Jahr hindurch zwar auch beschäftigten, von der Findungskommission aber nicht für plakettenwürdig eingestuft wurden. So begann der Countdown mit der Posse um das Wädi-Brau-Huus, dass einmal mehr vor der Pleite stand und bei der sich zahlreiche Kleinaktionäre ihren Einsatz ans Bein streichen konnten.

S Brauhuus Pleite all Akzionär wärdet use gschmisse
de Brauhüüsler wird die au als Chunde bald vermisse

Mit der darauf folgenden Kapitalerhöhung konnte sich Christian Weber aus der gleichnamigenBierdynastie endlich die von Gary Wuschech gegründete Gasthausbrauerei als Hauptaktionäreinverleiben. Der Birnbaum eines Wädenswiler Lehrers, der schon mehrere Male in dessen ferienbedingter Abwesenheit leergepflückt wurde, war der nächste Spruch:

Früener i de Schuel hätts gratis Pauseöpfel gää
Hütt tuet eine am Lehrer sini Bire gratis nää

Auch die attraktivitätssteigernde Rutschbahn im Wädenswiler Hallenbad stand als Sujet zur Diskussion, mit dem dazugehörigen Spruch gaben die Fasnächtler gleich noch einen Investitionstipp:

Mit dere nöie Rutschi sölls vill mee Iitritt is Hallebad gää
Mit em Gwünn wott de Jonas Erni s Alpamare übernää

Eine Erinnerung an den Wahlund Abstimmungssonntag vom 20. Oktober, wo die Wädenswiler Stimmenzähler nicht zum ersten Mal zu den letzten gehörten, war der darauffolgende Spruch:

S Wättischwiler Waalbüro isch mit zele als letschtes fertig worde
Zur Beloonig verleiht de Bundesrat de Schnäggehüüsli-Orde

Das letzte Sujet, welches nicht für die Plakette verwendet wurde, befasste sich mit den Plänen der Oberstufenschulgemeinde, Sporttalente künftig in besonderen Klassen zu fördern.

Für Tummi, Gschiidi, Fuuli und au Schportler für jede e eigni Sonderklass
Für jede na en eigene Lehrer, und de Schtüürzahler hätt en Riiseschpass

Schliesslich blieben nicht mehr viele mögliche Themen offen – und doch vermochte das Plakettensujet 2020 zu überraschen:

Öisi Tschuuter bliibed Eichle trotz Meischterrase uf de Beichle

Hintergrund ist einerseits, dass das alte Spielfeld der Berner Young Boys, dort seit 2014 im Einsatz, im Stade de Suisse ausgebaut und dann wieder beim FC Wädenswil neuverlegt wurde. Der FC Wädenswil hat den Bernern den Rasen abgekauft – mit einem Zustupf der Stadt Wädenswil. Der Einbau eines Meisterrasens führte bei den Spielern des FC Wädenswils jedoch nicht zu Erfolgsstürmen, im Gegenteil: die Mannschaft stieg in die Bedeutungslosigkeit der Zürcher 3. Liga ab und fasste auch dort nicht richtig Fuss. Schliesslich kostete dies auch Rainer Bieli, Trainer der Ersten Mannschaft und Ex-NLA-Spieler, den Kopf. Alljährlich vergibt die NFG auch zwei Grossplaketten: Die eine kommt in den Gemeinderatssaal zu hängen, die andere erhält jeweils die Person oder Institution, die für das Fasnachtssujet verantwortlich oder federführend war. So konnte auf dem Seeplatz Manuel Keller, erst kürzlich ausgeschiedenes FCW-Vorstandsmitglied, eine der Grossplaketten für den FCW in Empfang nehmen. Er zeigte sich zum Plakettensujet einerseits freudig überrascht, andrerseits nahm er den Seitenhieb auf die Erfolglosigkeit des FCWs sportlich. Das Sujet 2020 der Neuen Fasnachtsgesellschaft kam bei den Gästen der Vernissage allgemein sehr gut an, und viele schmückten sich auch gleich mit der im Anschluss abgegebenen Plakette.
Ganz rechts freut sich auch FCW-Mitglied Manu Keller. Die Wadin Schränzer sorgten für den musikalischen Rahmen.

Mit ihren pointierten Versen begeisterten die Wüelmüüs das Fasnachtspulbikum. Nun haben Peter Dolder und Urs Hermann (rechts) ihre Mäuseköpfe versteigert.

2002 standen die beiden dann zum ersten Mal auf der Bühne des Schnitzelbankfests und begannen mit: «Liebi Lüüt, s isch wider sowiit, z Wättischwil isch Wüelmüüsziit...» und gaben ihre ersten Vierzeiler zum Besten. Während Dolder hin und wieder Ideen für die Verse lieferte, stammen die meisten jedoch aus der Feder von Urs Hermann. Gereimt hat er diese meistens nach Neujahr, denn dann wisse man, welche Dorfgeschichten im Laufe des Jahres bei den Leuten hängen geblieben seien. Manchmal lief es gut und er konnte zehn Verse hintereinander schreiben. Nie gingen die beiden mit weniger als 50 Versen an einen Auftritt, von denen sie aber nur eine Auswahl präsentierten. «Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger sich auf eine gewisse Anzahl zu beschränken», sagt Hermann. Im Laufe der Jahre haben die beiden aber auch eine Veränderung der Fasnacht festgestellt. «Die Sprüche sind politisch korrekter, dafür aber auch spitzer», sagt Hermann. Nur einmal sei es vorgekommen, dass eine Dame aufgestanden und gegangen sei. «Sie hat es nicht vertragen, dass wir einen Bundesrat durch den Kakao gezogen haben», sagt Dolder.
 

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