So wollen die Fasnächtler diese Saison feiern

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 27. Oktober 2020 Text Dorothea Uckelmann, Foto Archiv

Im kleinen Rahmen sollen im nächsten Jahr die Fasnächtler in den Gassen feiern können. Das Schnitzelbankfest und der Umzug fallen aus.
Im März 2019 herrschte noch buntes Treiben in den Strassen von Wädenswil. Bereits in diesem Jahr fielen diverse Veranstaltungen aus, und auch im kommenden Jahr kann die Fasnacht nur begrenzt durchgeführt werden. Foto: Archiv

Ganz auf die Wädenswiler Fasnacht verzichten will die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) im nächsten Jahr nicht. Doch klein muss sie sein. «Darum haben wir uns in einer langen Sitzung dazu entschlossen, das grosse Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch im nächsten Jahr nicht durchzuführen», sagt Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft.
Auch die anderen Indoor-Anlässe in der Kulturhalle wie Frühschoppen, Böggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht hat die NFG nun abgesagt. «Wir können sie aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen nicht durchführen», sagt Lehmann. Wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen, wie Maskenpflicht und Abstandsregel, finden auch der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag nicht statt. Auch in Horgen fallen die Schnitzelbank, der Maskenball und der Umzug aus.

Dorffasnacht findet statt
«Aber dennoch wollen wir uns den Spass nicht nehmen lassen und können ein paar Anlässe, die zur Fasnacht gehören, organisieren», sagt Lehmann. Denn bereits die minimierte Chilbi in Wädenswil habe gezeigt, dass solche Anlässe in Wädenswil willkommen sind. «Schliesslich können wir nicht unser Leben im Schneckenhaus verbringen», sagt Lehmann.
Den Auftakt der Fasnacht bildet wie in den vorangegangenen Jahren die Präsentation der Fasnachtsplakette mit dem neuen Motto. Diese wird wie in den vorhergehenden Jahren am 6. Januar an der Plakettenvernissage vorgestellt. Erwerben kann man Bronze-, Silber- und Goldplaketten. «Allerdings werden wir sie in einer geringeren Stückzahl herstellen lassen», sagt Lehmann.
Auch die Fasnachtszeitung «Anlüger» wird produziert und in den Verkauf gebracht. Denn obwohl Corona im Frühjahr das Leben ziemlich lahmgelegt hat, habe sich im Dorf doch einiges bewegt, das im «Anlüger» auf die Schippe genommen werden könne, sagt Lehmann, ohne jedoch weitere Details zu verraten.
Die NFG hofft, dass am 19. Februar die Möglichkeit besteht, die Fasnacht zu feiern. Dafür unterstützt sie die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sodass eine Beizenfasnacht stattfinden kann. Lehmann ist der Meinung, dass es sich bei deren Durchführung um ein überschaubares Risiko handelt. Zudem liege die Verantwortung, sich gemäss den Hygienevorschriften zu organisieren, bei den einzelnen Beizen.
Die Anlässe «Uf de Gass» an der Türgass sowie die Dorffasnacht inklusive «Zugeri lebt» am Fasnachtssamstag sollen stattfinden. Damit dann fasnächtliches Treiben herrschen kann und die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen ihre Wagen präsentieren können, werde die Zugerstrasse am Abend gesperrt.

Flexible Planung nötig
An verschiedenen Plätzen dürfen Guggenmusiken für Unterhaltung sorgen. Was eventuell sogar in einem Monsterkonzert und einer Kindermaskenprämierung am Sonntag, 21. Februar, beim Gewerbeschulhaus gipfeln könnte. Den Abschluss der fünften Jahreszeit soll dann das vorgezogene Abschlusskonzert am Sonntagabend bilden.
«Da derzeit keiner weiss, wie die Situation im Februar sein wird, bleiben wir flexibel und werden gegebenenfalls unser Programm nochmals anpassen», sagt Christoph Lehmann.


So feiert Wädenswil 2021 Fasnacht

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 16. Oktober 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Nach 2020 findet auch 2021 kein Umzug statt.
 
 
Am 11. September führte die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil ihre alljährliche Generalversammlung durch. Sie erhielt dort auch den Auftrag, ihre Mitglieder – die Fasnachtsgruppen und -musiken – bis zum 1. November 2020 über die geplanten und wegfallenden Anlässe zu informieren.
Die nfg debattierte intensiv darüber, auch am Klausurwochenende vom 3./4. Oktober. Folgende Entscheide wurden aufgrund der aktuellen Situation und den derzeit herrschenden Bestimmungen gefällt:
– Wie in den vorhergehenden Jahren wird eine Fasnachtsplakette mit Motto kreiert und an der Plakettenvernissage am 6. Januar 2021 präsentiert. Auch der «Anlüger» soll wie geplant erscheinen.
– Sämtliche Indoor-Anlässe in der Kulturhalle müssen abgesagt werden, da sie nicht wirtschaftlich durchgeführt werden können. Dies betrifft die Schnitzelbankfeste (12./19.2.2021) sowie Frühschoppen, Bööggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht.
– Die beiden Umzüge, also der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag, können wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen (Maskenpflicht, Abstandsregel, etc.) nicht durchgeführt werden, da die nfg als Veranstalter für die Einhaltung der Regeln verantwortlich ist und allenfalls auch haftbar gemacht werden könnte.
Die nfg unterstützt die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Durchführung der Beizenfasnacht, die dieses Jahr am Hauptfasnachtswochenende, am Freitag, 19. Februar, stattfinden soll. Ebenso soll die Dorffasnacht am Fasnachtssamstag durchgeführt werden; die Zugerstrasse wird wie vorgesehen abends gesperrt, hier soll fasnächtliches Treiben herrschen. Die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen präsentieren ihre Wagen, Guggenmusiken spielen an verschiedenen Plätzen auf.
Die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft hofft, dass bis zu ihrem Jubiläumsjahr – 2022 feiert die nfg ihr 50-jähriges Bestehen – alle Viren und Narren wieder zur Besinnung gekommen
sind. [stb]

 



Archiv

Wädi-Fasnacht: Fasnachtsumzüge abgesagt

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 28. Februar 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Aufgrund des Entschlusses der Stadt Wädenswil, die Umzüge vom Sonntag und Montag abzusagen (siehe Bericht hier), hat sich der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil zu einer ad-hoc-Sitzung getroffen und über das weitere Vorgehen beraten. Grundaussage: Die Fasnacht findet in reduziertem Ausmass statt.
Das Schnitzelbankfest von Freitag, 28.2., geht wie geplant über die Glärnisch-Bühne. Auch am Samstag finden die Anlässe «Uf de Gass» und vor allem auch das Kirchenkonzert in der reformierten Kirche mit den Luzerner «Wäsmali-Chatze» und Organist Wolfgang Sieber statt. Ebenso bestehen bleibt die Sperrung der Zugerstrasse, und jene Gruppen, die sich einen Platz auf der «Zugeri» gesichert haben, können dort nun wenigstens ihren Wagen präsentieren. Abgesagt wurde auch der Turnermaskenball.
Der Fasnachtssonntag beginnt wie gewohnt mit dem Frühschoppen in der Kulturhalle Glärnisch, Start ist um 11 Uhr und geht dann über in den Bööggetanz, der wegen des fehlenden Umzugs vorgezogen wird. Dieser soll zur eigentlich Fasnachtsparty am Sonntag werden; die Guggenmusigen, Fasnachtsgruppen und Böggen treffen sich dort. Das Guggenkonzert auf dem Platz vor dem alten Gewerbeschulhaus findet planmässig ab 15.30 Uhr statt.
Der Fasnachtsmontag, der traditionell den Kindern gehört, startet gleich um 14 Uhr mit dem Kinderball und der Maskenprämierung in der Kulturhalle Glärnisch. Ebenso treffen sich die Wädenswiler Guggen und Tambouren zum Abschlusskonzert und beschliessen um 22.45 Uhr eine denkwürdige Fasnacht 2020, die definitiv in die Geschichte eingehen wird.
Ob die Umzüge allenfalls nachgeholt werden, ist noch nicht entschieden.



Luzerner Organist zieht an der Wädenswiler Fasnacht alle Register

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 28. Februar 2020 Text Ueli Zoss, Foto André Springer

Für die Probe zog Organist Wolfgang Sieber in der Wädenswiler Kirche seine Schuhe aus.

Ein aussergewöhnliches Konzert bereichert die närrische Zeit in Wädenswil. Der Organist Wolfgang Sieber zeigt am Samstag in der reformierten Kirche sein Können, begleitet von Guggenmusik.
Am frühen Mittwochabend steigt Wolfgang Sieber, Kunst- und Kulturpreisträger der Stadt Luzern, die Treppe auf die Südwestempore der reformierten Kirche Wädenswil hoch. Ihn zieht es zur Orgel mit den drei Tastaturen, Pedalen und 41 Registern. Der mächtige Klangkörper ist mit Schnitzereien im Stil der Rokoko-Stuckaturen verziert. Der Organist macht es sich gemütlich. Er entledigt sich seiner Schuhe und nimmt in Socken auf der Orgelbank Platz. «Um die Pedale zu bedienen, braucht es spezielle Lederschuhe, mit denen man über die Pedaltasten gleitet.» Dieses Schuhwerk nehme er dann am Samstag für das Konzert mit. Um 19 Uhr beginnt der Ohrenschmaus mit dem Organisten der Hofkirche Luzern, begleitet vom Guggensound der Wäsmali-Chatze Lozärn, die mit über 50 Schränzern einmarschieren werden. Wenige Tage vor dem Auftritt gilt es für Sieber nun, die Klangfarben für das Zusammenspiel mit der Gugge zusammenzustellen. Er zieht buchstäblich alle Register, angeschrieben mit Waldflöte, Vox humana, Oktavbass, allen möglichen Blasinstrumenten oder Mixtur. «Ich bin von lauter Pfeifen umgeben», sagt er mit trockenem Humor, als die klangerzeugenden Teile der Orgel ertönen. «Ich arbeite seit 50 Jahren für die Kirche», fügt der weissbärtige Künstler an. Man komme in all dieser Zeit zur Erkenntnis, dass das Leben nicht immer ein Schleck sei. «Humor kommt einem dabei zugute.»

Loblied auf Guggen

Sieber ist mit der Registerprobe zufrieden und beginnt spontan Mani Matters Evergreens «Hemmige» und «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama» zu spielen. Virtuos kommt er von den Grundmelodien ab und improvisiert nach Lust und Laune – das Ganze in einem Tempo, das eher ein Pianist einschlägt. «Solch gängige Hits werden wir auch am Samstag spielen, ein paar schräge Töne selbstverständlich inbegriffen.» Guggenmusik schätzt der Kirchenmusiker hoch ein. Er attestiert ihr, Kulturgut zu sein. Den Guggen windet er ebenso ein Kränzchen: «Es gibt kaum eine besser funktionierende Gemeinschaft als eine Gugge.» Sieber und die Wäsmali-Chatze Lozärn gastieren am Fasnachtssamstag nach 2012 und 2014 zum dritten Mal in der reformierten Kirche Wädenswil. «Das erste Mal war es zu unserem 40-jährigen Vereinsjubiläum», sagt Paul Bossert, Ehrenmitglied des Veranstalters, der Neuen Fasnachtsgesellschaft. Zwei Jahre später hätten sie wegen des grossen Erfolges der Premiere den Anlass wiederholt. «Nun machen wir es auf vielseitigen Wunsch der Wädenswiler und Wädenswilerinnen zum dritten Mal.» Das Konzert bleibe einmalig, betont Bossert. Sieber und die Gugge treten in der Tat einzig noch am Luzerner Fastnachtssonntag während des Gottesdienstes in der Hofkirche auf, lassen es aber bei zwei, drei Stücken bewenden.
An die beiden Auftritte hat Sieber gute Erinnerungen: «Es war farbig, herzlich und heiter.» Er habe immer gedacht, die Zürcher seien nüchterne Leute. «Als sie nach unseren Gastspielen die Kirche verliessen, waren sie so ausgelassen, sie schienen keine Zürcher mehr zu sein.»

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Januar 2020 Text und Fotos Stefan Baumgartner
Link zum WA-Artikel

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt Dort, wo in der Silvesternacht kräftig aufs neue Jahr angestossen wurde, trafen sich nur sechs Tage später die Fasnächtler zur Plakettenvernissage. Dieser Anlass – mit der Präsentation der neuen Fasnachtsplakette – ist der eigentliche Startschuss zur Wädenswiler Fasnacht. Die diesjährige Plakette macht den YB-Meisterrasen, der auf der Beichlen neu verlegt wurde, zum Thema und macht sich gleichzeitig auch etwas über das erfolglose Fanionteam des FC Wädenswil lustig.
Die neue Plakette, präsentiert von den ehemaligen «Wüelmüüs» und NFG-Präsident Christoph Lehmann (mit roter Jacke).

Einen Becher Glühwein in der Hand, den einstimmenden Klängen der Guggenmusig Wadin Schränzer lauschend: So erwarteten die zahlreichen Zuschauer den Countdown und die folgende Präsentation des neuen Fasnachtsthema 2020. Die Akteure auf dem Eisfeld waren die beiden ehemaligen «Wüelmüüs» Urs Hermann und Peter Dolder sowie der Präsident der organisierenden Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph «Lee» Lehmann. Zuerst wurden jene Themen parodiert, die die Wädenswiler das Jahr hindurch zwar auch beschäftigten, von der Findungskommission aber nicht für plakettenwürdig eingestuft wurden. So begann der Countdown mit der Posse um das Wädi-Brau-Huus, dass einmal mehr vor der Pleite stand und bei der sich zahlreiche Kleinaktionäre ihren Einsatz ans Bein streichen konnten.

S Brauhuus Pleite all Akzionär wärdet use gschmisse
de Brauhüüsler wird die au als Chunde bald vermisse

Mit der darauf folgenden Kapitalerhöhung konnte sich Christian Weber aus der gleichnamigenBierdynastie endlich die von Gary Wuschech gegründete Gasthausbrauerei als Hauptaktionäreinverleiben. Der Birnbaum eines Wädenswiler Lehrers, der schon mehrere Male in dessen ferienbedingter Abwesenheit leergepflückt wurde, war der nächste Spruch:

Früener i de Schuel hätts gratis Pauseöpfel gää
Hütt tuet eine am Lehrer sini Bire gratis nää

Auch die attraktivitätssteigernde Rutschbahn im Wädenswiler Hallenbad stand als Sujet zur Diskussion, mit dem dazugehörigen Spruch gaben die Fasnächtler gleich noch einen Investitionstipp:

Mit dere nöie Rutschi sölls vill mee Iitritt is Hallebad gää
Mit em Gwünn wott de Jonas Erni s Alpamare übernää

Eine Erinnerung an den Wahlund Abstimmungssonntag vom 20. Oktober, wo die Wädenswiler Stimmenzähler nicht zum ersten Mal zu den letzten gehörten, war der darauffolgende Spruch:

S Wättischwiler Waalbüro isch mit zele als letschtes fertig worde
Zur Beloonig verleiht de Bundesrat de Schnäggehüüsli-Orde

Das letzte Sujet, welches nicht für die Plakette verwendet wurde, befasste sich mit den Plänen der Oberstufenschulgemeinde, Sporttalente künftig in besonderen Klassen zu fördern.

Für Tummi, Gschiidi, Fuuli und au Schportler für jede e eigni Sonderklass
Für jede na en eigene Lehrer, und de Schtüürzahler hätt en Riiseschpass

Schliesslich blieben nicht mehr viele mögliche Themen offen – und doch vermochte das Plakettensujet 2020 zu überraschen:

Öisi Tschuuter bliibed Eichle trotz Meischterrase uf de Beichle

Hintergrund ist einerseits, dass das alte Spielfeld der Berner Young Boys, dort seit 2014 im Einsatz, im Stade de Suisse ausgebaut und dann wieder beim FC Wädenswil neuverlegt wurde. Der FC Wädenswil hat den Bernern den Rasen abgekauft – mit einem Zustupf der Stadt Wädenswil. Der Einbau eines Meisterrasens führte bei den Spielern des FC Wädenswils jedoch nicht zu Erfolgsstürmen, im Gegenteil: die Mannschaft stieg in die Bedeutungslosigkeit der Zürcher 3. Liga ab und fasste auch dort nicht richtig Fuss. Schliesslich kostete dies auch Rainer Bieli, Trainer der Ersten Mannschaft und Ex-NLA-Spieler, den Kopf. Alljährlich vergibt die NFG auch zwei Grossplaketten: Die eine kommt in den Gemeinderatssaal zu hängen, die andere erhält jeweils die Person oder Institution, die für das Fasnachtssujet verantwortlich oder federführend war. So konnte auf dem Seeplatz Manuel Keller, erst kürzlich ausgeschiedenes FCW-Vorstandsmitglied, eine der Grossplaketten für den FCW in Empfang nehmen. Er zeigte sich zum Plakettensujet einerseits freudig überrascht, andrerseits nahm er den Seitenhieb auf die Erfolglosigkeit des FCWs sportlich. Das Sujet 2020 der Neuen Fasnachtsgesellschaft kam bei den Gästen der Vernissage allgemein sehr gut an, und viele schmückten sich auch gleich mit der im Anschluss abgegebenen Plakette.
Ganz rechts freut sich auch FCW-Mitglied Manu Keller. Die Wadin Schränzer sorgten für den musikalischen Rahmen.

Die Wüelmüüs schminken sich ab

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 15. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Moritz Hager/Manuela Matt
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Sie wühlten jedes Jahr Dorfpossen hervor und zogen Politiker durch den Kakao. Nun verabschieden sich Peter Dolder und Urs Hermann alias die Wüelmüüs von der Fasnachtsbühne.
Noch drei Jahre und die Wüelmüüs von Wädenswil hätten ihr 20-Jahr-Jubiläum gefeirt. Aber Peter Dolder und Urs Hermann, die hinter der Fasnachtsgruppe stehen, hatten einen anderen Grund als Ende der Wüelmüüs im Blick. «Wir haben immer gesagt, wenn Urs pensioniert wird, hören wir auf», sagt Peter Dolder. Das ist in diesem Jahr der Fall und so standen die beiden Wüelmüüs am vergangenen Samstag zum letzten Mal mit ihren grossen Mäuseköpfen, den schwarz geschminkten Nasen, im Frack und mit der Ukulele unter dem Arm auf der Bühne des Schnitzelbankfests in der Kulturhalle Glärnisch. Und auch die Beizenfasnacht müssen nun andere bestreiten, denn die auf den Punkt gebrachten Vierzeiler werden in Zukunft nicht mehr die Wüelmüüs dichten und musikalisch begleiten. «Die Fasnacht in Wädenswil muss sich ständig wandeln, sonst geht sie unter» ist Urs Hermann überzeugt.

50 Verse für einen Auftritt

Die Idee für die Wüelmüüs stammt von Urs Hermann, der bei der Glarner Kantonalbank tätig ist. Seine Fasnachtsbegeisterung kann - Beweisfotos zufolge - bis in sein zweites Lebensjahr zurückdatiert werden. «Damals war ich als kleiner Koch unterwegs», sagt Hermann. Später spielte er in einer Guggemusik und gründete eine Jazzgugge. «Diese begann dann allerdings irgendwann Schunkellieder zu spielen», sagt er. Die Begeisterung für die Fasnacht teilt er mit seinem damaligen Parteikollegen Peter Dolder, der beim Zweckverband Soziales Netz Bezirk Horgen arbeitet. Dieser war auch der erste, den Hermann anrief, um ihn für die Wüelmüüs zu gewinnen. «Wer sind denn die anderen Wüelmüüs», wollte Dolder von ihm wissen. «Es gibt nur Dich und mich. Das reicht», lautete die Antwort, und auch dass die Wahl auf Peter Dolder fiel, war kein Zufall, denn Hermann habe gewusst, dass dieser nicht Nein sagen kann.
Peter Dolder und Urs Hermann (rechts).

Mit ihren pointierten Versen begeisterten die Wüelmüüs das Fasnachtspulbikum. Nun haben Peter Dolder und Urs Hermann (rechts) ihre Mäuseköpfe versteigert.

2002 standen die beiden dann zum ersten Mal auf der Bühne des Schnitzelbankfests und begannen mit: «Liebi Lüüt, s isch wider sowiit, z Wättischwil isch Wüelmüüsziit...» und gaben ihre ersten Vierzeiler zum Besten. Während Dolder hin und wieder Ideen für die Verse lieferte, stammen die meisten jedoch aus der Feder von Urs Hermann. Gereimt hat er diese meistens nach Neujahr, denn dann wisse man, welche Dorfgeschichten im Laufe des Jahres bei den Leuten hängen geblieben seien. Manchmal lief es gut und er konnte zehn Verse hintereinander schreiben. Nie gingen die beiden mit weniger als 50 Versen an einen Auftritt, von denen sie aber nur eine Auswahl präsentierten. «Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger sich auf eine gewisse Anzahl zu beschränken», sagt Hermann. Im Laufe der Jahre haben die beiden aber auch eine Veränderung der Fasnacht festgestellt. «Die Sprüche sind politisch korrekter, dafür aber auch spitzer», sagt Hermann. Nur einmal sei es vorgekommen, dass eine Dame aufgestanden und gegangen sei. «Sie hat es nicht vertragen, dass wir einen Bundesrat durch den Kakao gezogen haben», sagt Dolder.

Köpfe versteigert

Die Wüelmüüs sorgten nicht nur am Schnitzelbankfest für Stimmung, auch an der Beizenfasnacht verschafften sie sich Gehör. Anfangs noch mit grossen Mäuseköpfen als Kopfbedeckung standen sie später auch mal mit Zylinder oder Kappe vor ihrem Publikum. Das selbst geschneiderte Kostüm passten sie immer mal wieder ans Motto an. Zum Beispiel bastelten sie ein Gestell für den Kopf als das Busbahnhofdach aktuelles Thema war oder traten mit blonder Mähne auf, als Donald Trump Präsident wurde.
Selbst wenn sie wollten, auch Gastauftritte wird es von den Wüelmüüs keine geben. «Wir haben keine Mäuseköpfe mehr», sagt Dolder. Diese haben sie zu Gunsten der Kinderfasnacht am Schnitzelbankfest für 300 Franken versteigert. Und so hiess es vergangenen Samstag definitiv zum letzten Mal: «Liebi Lüüt, s isch verbii, das sind d Wüelmüüs gsii…» Doch auch in Zukunft bleiben die Beiden der Wädenswiler Fasnacht erhalten. Während Urs Hermann weiterhin in der Redaktion der Fasnachtszeitung tätig ist, übernimmt Peter Dolder von ihm die Organisation der Beizenfasnacht. Auch wenn sie nicht mehr als Wüelmüüs unterwegs sind, die Ideen gehen dem schlagfertigen Wädenswiler Duo, nicht aus.

Wie haben Sie es mit der Fasnacht?

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Strassenumfrage Steve Springer

Das Schnitzelbankfest kam direkt aus der Badi

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Text Walter "Cheesy" Tessarolo, Bilder Stefan Baumgartner, Peter Dolder.

Fasnächtler luden zum Badespass

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 04. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Sabine Rock
Link zum ZSZ-Artikel

Die Neue Fasnachtsgesellschaft veranstaltete am Freitag ihr Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch. Durch den Abend führte Brauni als selbst ernannter Bademeister der Brättlibadi.
 
Obwohl in der fünften Jahreszeit noch keine hochsommerlichen Temperaturen herrschen, wurde am Freitagabend in der Kulturhalle Glärnisch bereits die Badisaison eröffnet. Als Bademeister der Brättlibadi hiess Brauni (Bruno Cogliati) die Gäste zur Premiere des diesjährigen Schnitzelbankfests willkommen und führte durch den Abend. Zu Beginn teilte er den Saal in verschiedene Badibereiche ein. «Da vorne rechts ist die Frauenabteilung», bestimmte er und fügte hinzu: «da wird öfter reklamiert.» In der Männerabteilung hingegen gehe es ruhiger zu. Dort habe der eine oder andere schon den Schwimmreif umgeschnallt. Schnell wähnten sich auch die Gäste im Badifieber und machten eine Welle durch den ganzen Saal. Bademeister Brauni wurde nicht müde, zwischen den Programmpunkten aus der Badifundkiste zu plaudern. «Fehlt noch der Zürichsee», sagte er und zeigte auf die Bühne, auf der die «Gruppen durch den Abend schwimmen».

Haarverliebte Wädenswiler

Den Auftakt bildeten die Jungtambouren, die als coole Gang die Bühne betraten. Sie zeigten eindrücklich, dass sie den Takt auch auf und mit Wasserkanistern angeben können, und begeisterten das Publikum mit ihrer präzisen Performance. Nicht still blieb das Telefon der Luggenbüesser. Der Draht zur Stadtverwaltung, zu Frau Müller, zur Stadtpolizei und zum Bauamt lief regelrecht heiss. Auch wenn der Anrufer etwas Geduld brauchte, bis auf dem Bauamt jemand abnahm. Die Anfragen wurden wohlwollend entgegengenommen und schlagkräftig beantwortet. So tröstet die Stadtverwaltung eine Anruferin, die das Eisfeld auf dem Seeplatz schmerzlich vermisst. Sie könne ja jetzt den durch die Fusion gewonnenen Hüttnersee zum Schlittschuhlaufen benutzen. Was die Schliessung von Bär Sport über die Wädenswiler aussagt, weiss Frau Müller trefflich am Telefon zu beantworten. «Haarverliebt und Sportmuffel», lautet ihr Fazit. Kein Auge trocken blieb bei den Anrufen von Strassenreiniger Giuseppe, der im Telefonat mit dem Bauamt mehrfach mit italienischem Akzent seine Unschuld betreffend den fehlenden Zebrastreifen bekundete.
Mit schrägen Tönen, aber trefflichen Reimen singen die Wädi-Büezär über die schlechte Beizensituation und das Lädelisterben in Wädenswil. Auch die grosse Coiffeurdichte in der Gemeinde und die vom Kanton Schwyz ausgeweitete Grenze machten sie zum Thema. Nach dem Verschwinden der Blumenrabatten im letzten Jahr sorgen sie sich in diesem um die Zebrastreifen. Zwar hat Wädenswil derzeit kein Eisfeld mehr, dafür kann es mit einer neuen Eishockeymannschaft aufwarten. Die Gugge Wadin-Schränzer Wädischwyl lief in schwarz-roten Tenüs ein und holte die Gäste mit «Atemlos» auf die Beine.

Wüelmüüs zum letzten Mal

Musikalisch ging es im zweiten Teil des Abends weiter. Die Gugge Trubadix sorgte mit «Das ist alles nur geklaut» für ausgelassene Stimmung und animierte die Wadin-Schränzer zu einer Polonaise durch den Saal.
Einen Blick über den Tellerrand und die teilweise neuen Grenzen Wädenswils hinaus wagten die Halb-Edlä vo Wättischwil. Die Aktionen der Richterswiler wurden argwöhnisch belächelt. Aber auch den durch Wildtatar erkrankten Horgner Gemeinderat ziehen die Halb-Edlä vo Wättischwil durch den Kakao. Ganz zu schweigen von den im Nachbarland lebenden Gummihälsen.
Sehr zum Bedauern des Präsidenten der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, kommt das Publikum dieses Jahr zum letzten Mal in den Genuss der spitzen Verse der Wüelmüüs. In üblicher Wüelmüüs-Manier sangen sie ihre pointierten Verse über die fehlenden Kirchenbänke, die Machtübernahme des «Chrampfadergschwaders in der Brättlibadi» und warum sie Jacqueline Fehr «voll näb de Schpuur» finden. Weshalb Stadtpräsident Kutter jetzt, wo er in Bern angekommen ist, statt vom Hebel der Macht lieber vom Handy Gebrauch macht, können die Wüelmüüs nicht nachvollziehen.
Dann ist die Bühne frei für Grosi Annekäthi Huuser. Mit ihrem Pfleger Gilbert tauscht sie Klatsch und Tratsch aus und verrät, als was sie sich an Fasnacht verkleiden wird: Franzose. Kaum gesagt, zieht sie sich eine gelbe Weste an. Mit Wortwitz und Situationskomik strapaziert das ungleiche Paar auch zu später Stunde die Lachmuskeln des Publikums.
Annekäthi Huuser und ihr Pfleger Gilbert sorgten mit ihrem komödiantischen Talent für viel Gelächter im Publikum.
 
Bademeister Brauni demonstrierte die Haltung fürs Sonnenbad.

Die Wüelmüüs sangen zum letzten Mal ihre treffenden Reime.
Giuseppe beschäftigte das Bauamt der Luggenbüesser mit Anrufen.

Sie stehen für schlechten Gesang und lustige Verse: Die Wädi-Büezär.
Die Nachbargemeinden blieben von den Halb-Edlä nicht verschont.
Die Wadin Schränzer sorgten als Eishockeyspieler für Stimmung.

Wer ist wichtig genug für die Fasnachtszeitung?

Quelle:Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 18. Februar 2019 Text Daniela Haag

Vorschau Fasnacht, Dekorierte Restaurants, Anlüger, Bergfasnacht

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 02-2019 Text + Bilder Stefan Baumgartner

Plakettenvernissage: «Brättlibadi» ist Sujet 2019!

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 01-2019 Text + Bilder Stefan Baumgartner

Die diesjährige Kinderfasnacht steht vor der Tür

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 01-2019 Text + Bild Stefan Baumgartner

Knatsch um geschlossene Badi ist Fasnachtsthema

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 08. Januar 2019 Text Carol Bolliger, Bild Patrik Gutenberg

Warum die Bretter-Badi zum Fasnachtssujet wurde ...

Bei grösster Hitze standen die Badegäste vor verschlossener Tür

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 07. August 2018 Text Magdalena Preisig, Bild Linda Koponen

Bretter-Badi bewegt Wädenswiler

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Samstag, 11. August 2018 Text und Bild Linda Koponen

Konflikt in der Bretter-Badi eskaliert

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Donnerstag, 16. August 2018 Text Linda Koponen

Der ehemalige Bademeister fühlt sich von der Stadt verraten

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 24. August 2018 Text Linda Koponen, Bild Moritz Hager

Wädenswiler Fasnachtsclique bekennt sich zu Plakatstreich an Autobahn

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Mittwoch, 14. November 2018 Text und Bild Markus Hausmann

Schwyzer Schilderattacke gekontert

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 13. November 2018 Text Christian Dietz-Saluz, Bild Sibylle Saxer

Fasnächtler feiern den Auftakt zur «fünften Jahreszeit»

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 12. November 2018 Text Colin Bätschmann, Bilder Moritz Hager, David Baer