«Läck, isch das en Schissdräck ...»

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Montag, 15. Februar 2021, Text: Stefan Baumgartner, Bild: Foto Tevy Wädenswil
 
So hiess bis ins Jahr 2017 das Programm der «Panzerknacker-Klickä» auf der Schnitzelbankbühne – und dieser Titel passt ganz gut zur diesjährigen Fasnachtssituation.
Am Wochenende vom 19. Bis 22. Februar würde eigentlich die Wättischwiler Fasnacht stattfinden, ein erster Höhepunkt im Wädenswiler Jahreskalender. Schweren Herzens musste die organisierende Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) im Januar jedoch sämtliche Aktivitäten coronabedingt absagen – ein Novum in der 49-jährigen Geschichte des Vereins.
Bereits letztes Jahr mussten die Umzüge – der Grosse Umzug vom Fasnachtssonntag sowie der Kinderumzug am Montag – abgesagt werden. Corona holte damals erst so richtig Anlauf, ehe es über Europa hereinbrach. Darum konnten auch die anderen Fasnachtsaktivitäten, wie etwa die Schnitzelbankfeste oder der Bööggetanz, abgehalten werden. Dieses Jahr findet von offizieller Seite her gar nichts statt – das erste Mal, seit die Neue Fasnachtsgesellschaft die Fasnacht organisiert. Dies ist seit 1973 der Fall, und nur einmal stand die Durchführung der Fasnacht zur Diskussion: 1991, als am 16. Januar der Zweite Golfkrieg begann. Reihum wurden deswegen Fasnachtsveranstaltungen abgesagt: Von Mainz über Köln, bis hin in die Schweiz. Auch in Wädenswil wurde die «Etzel-Bööggete» nicht durchgeführt. Die katholische Pfarreifasnacht im Etzelsaal wurde jeweils eine Woche vor den eigentlichen Wädenswiler Fasnachtsveranstaltungen durchgeführt. Über die von der NFG organisierten Veranstaltungen wurde im Vorstand zwar diskutiert, doch entschied sich das Organisationskomitee, die Fasnacht durchzuführen. Ernst «Grübi» Brupbacher, damals NFG-Vorstandsmitglied und heutiger Stadtrat, erinnert sich: «Das war für uns ein schwieriger Entscheid: Rundum wurde die Fasnacht abgesagt, und es entstand ein gewisser Druck, obwohl die Schweiz nicht betroffen war. Doch es galt auch die stundenlangen Vorbereitungen der einzelnen Gruppen zu honorieren. So entschieden wir uns für die Durchführung.»

Nur Kriege oder Seuchen verhindern Narrentreiben

Kriege oder Seuchen waren schon immer Verschiebungsgründe für die Fasnacht. So vermerkt das Standardwerk der hiesigen Fasnachtsgeschichte, das Büchlein «Wädenswiler Fasnacht» von Peter Ziegler, dass eine der Vorgängerorganisationen der NFG, die X-Gesellschaft, aufgrund des Ersten Weltkriegs 1915 und 1916 auf den traditionellen Maskenball verzichtete. 1917 und 1918 verbot der Zürcher Regierungsrat sämtliche Fasnachtsaktivitäten, und 1919 wütete die Spanische Grippe, so dass ebenfalls ein Verbot ausgesprochen wurde. 1929 wurde wegen einer Scharlach-Epidemie kein Kinderumzug abgehalten; grundsätzlich war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen schwierig, was auch die organisierende X-Gesellschaft merkte. Während des Zweiten Weltkriegs schliesslich ruhte die Fasnacht gänzlich, und in den 50er- und 60er-Jahren war die Wädenswiler Fasnacht dann praktisch inexistent.
Der Fasnachtsumzug 1991 fand trotz der durch allierte Streitkräfte begonnenen Befreiung Kuwaits statt – der SC Wadin brillierte mit einer aufklappbaren Hamburgerschachtel auf seinem Umzugswagen.

Dorforiginal umgeht Fasnachtsverbot

Wie von Behörden ausgesprochene Verbote gewitzt umgangen werden können, bewies das Dorforiginal Hans Heinrich Baumann, bekannt als «Baneeter-Buume» (1785–1871). Folgende Episode ist nachzulesen im Jahrbuch der Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1977 von Peter Ziegler: Wenige Tage vor der Fasnacht liess die Wädenswiler Gemeindebehörde ein Inserat in der Zeitung erscheinen, dass in Anbetracht der überhandnehmenden Maul- und Klauenseuche beschlossen worden sei, das sogenannte «Bööggen» an kommender Fasnacht auf Strassen und in Wirtschaften zu verbieten. Zuwiderhandlung würde mit Busse von 5 bis 10 Franken bestraft. Das Inserat wurde kontrovers diskutiert und veranlasste Baumann zur Äusserung: «Ich bi dr Asicht, d’Helfti vom Gmeindrat seigid Chälber, suscht chönntes nüd eso e Chalberei bschlüsse!»
«Baneeter-Buume» richtete ein Gesuch an den Gemeinderat und bat inständig, man möge ihm doch das «Bööggen» an der kommenden Fasnacht erlauben. Die Behörde beharrte auf ihrem Beschluss; die Bitte wurde abgeschlagen. Da trug Baumann seinen Wunsch dem Gemeindepräsidenten persönlich vor. Aber dieser verwies auf den Entscheid des Rates und winkte ab. «Gestatten Sie mir wenigstens das Bööggen aus dem Fenster? » Der Präsident lächelte: «Wenn es unbedingt sein muss, das erlaube ich.» So kam der Fasnachtstag, die Wädenswiler waren alle an ihrer Arbeit. Was war das plötzlich für ein Rufen, Schreien und Lachen? Der Gemeindepräsident riss den Fensterflügel auf und schaute hinaus. «Zum Teufel noch einmal! Das Fasnachtsverbot wird nicht eingehalten!» Mit verstellter Stimme riss einer seine Spässe. Es war «Baneeter-Buume»! Er trug ein grosses Vorfenster vor sich her und hatte den Kopf durch einen Fensterflügel gesteckt. So schaute Baumann frech zum Präsidenten hinauf: «Herr Präsident», rief «Baneeter-Buume» vergnügt, «nicht wahr, Sie haben es mir erlaubt, zum Fenster hinaus zu bööggen?»


Fasnächtler ziehen statt per Umzug via Trail durch Wädenswil

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 05. Februar 2021, Text Linus Walpen, Bild Manuela Matt

Fasnacht in Wädenswil Die Pandemie macht eine Fasnacht unmöglich. Die «Kinter Clique» hat einen Plan, das Fest doch noch durchzuführen, allerdings auf eine besondere Art.
Fasnächtler haben es dieses Jahr schwer. Als der Bundesrat am 6. Januar an seinen Massnahmen festhielt, wurden im ganzen Bezirk Horgen alle Festaktivitäten abgesagt. Um die Fasnacht nicht ganz aufzugeben, plant die «Kinter Clique», einen Fasnachts-Trail in Wädenswil durchzuführen. Bei dem Trail können Kleingruppen und Einzelpersonen verschiedene Rätsel lösen und sich so von einem Posten zum nächsten durchknobeln.
«Die Idee mit dem Trail war naheliegend», sagt Lukas Klingler, Kassierer der «Kinter Clique». Die Gruppe wollte nicht ganz auf die Fasnacht verzichten, es war aber auch klar, dass man unter diesen Umständen keine normalen Veranstaltungen planen könne. «Eine Schnitzeljagd ist deshalb eine gute Lösung. Wir können so die Grösse der Gruppen steuern, und es kommt zu keinen grösseren Versammlungen», sagt Lukas Klingler.
Ruhe in Frieden, Fasnacht 2021: Die «Kinter Clique» bietet ein Alternativprogramm an.

Grosser Aufwand

Wer teilnehmen will, kann sich auf der Website der Gruppe anmelden, mitlaufen kann jeder, egal ob jung oder alt. Durchgeführt wird der Trail am Fasnachtswochenende, vom 20. bis 22. Februar, jeweils von 9 bis 17 Uhr. Ausgangspunkt der Schnitzeljagd ist das Restaurant Rössli, wo Teilnehmer auch ein Aufgabenblatt erhalten.
Obwohl die «Kinter Clique» eine geeignete Route schnell gefunden hat, nehmen die einzelnen Posten viel Zeit in Anspruch. «Wir mussten uns für jeden Posten etwas überlegen und das dann auch umsetzen und ausarbeiten», sagt Lukas Klingler. Dafür scheut die Gruppe keinen Aufwand. Neben Holzarbeiten würden laut Klingler auch einzelne Elemente mit einem 3-D-Drucker produziert.
Eine grosse Herausforderung ist es auch, ein greifendes Schutzkonzept zu erstellen. Aus diesem Grund seien sie mit den Behörden in Kontakt, sagt Klingler weiter. Die Clique hat dabei verschiedene Vorkehrungen getroffen. So stünden bei jedem Posten mit Kontaktflächen Desinfektionsmittel zur Verfügung, sagt Klingler.
Die Kontaktdaten der Teilnehmer werden nicht erfasst, da bei der Schnitzeljagd jederzeit die Schutzbestimmungen eingehalten werden können. Es müssen aber die ganze Zeit Schutzmasken getragen werden. Alle 15 Minuten kann eine Gruppe die Schnitzeljagd starten. Diese dürfen gemäss Schutzkonzept aus höchstens fünf Personen, die aus zwei verschiedenen Haushalten kommen dürfen, bestehen.

Verschiedene Aktionen geplant

Für die Gruppe war die Absage der Fasnacht eine grosse Enttäuschung. Auch wenn privat einige Mitglieder gerade viel zu tun hätten, sei die Fasnacht immer das Ereignis, auf das die Gruppe das ganze Jahr hinarbeiten würde, so Klingler. Weil man sich das Jahr über nicht viel sehe, gehöre die Fasnachtszeit ganz der Clique.
Insgesamt zählt die «Kinter Clique» 18 Mitglieder, die alle zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. An der Fasnacht nimmt die Gruppe jeweils mit ihrem selbst kreierten Wagen an verschiedenen Umzügen teil.
Die «Kinter Clique» ist nicht die einzige Gruppe, die trotz der Pandemie etwas für die Fasnacht geplant hat. Bereits am Montag gab die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) die Veröffentlichung der fasnächtlichen Dorfpostille bekannt. Im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» thematisiert die NFG unter anderem das Budget von Wädenswil. Zudem will die Gesellschaft ab dem 19. Februar auf ihrer Website (www.nfgw.ch) virtuelle Veranstaltungen durchführen.

Wädenswiler Budget wurde ein Fall für die Fasnacht

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Dienstag, 02. Februar 2021, Text Daniel Hitz

Fasnachtszeitung
Den Wädenswilern bleibt dieses Jahr zumindest ein Hauch von Fasnacht erhalten. Seit gestern ist der «Gemeine Anlüger vom Zürichsee» in mehreren Läden erhältlich. Die Zeitung der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (nfg) verrät nicht nur, weshalb die Stadt überhaupt einen höheren Steuerfuss einführen wollte, sondern will auch gleich dafür sorgen, dass dieses Jahr nicht Bundesrat Alain Berset, sondern ein Wädenswiler Jungpolitiker der CVP, der für die Ablehnung des Stadtbudgets mitverantwortlich war, den Prix Courage erhält.

Erbarmen und eine Warnung
Wie immer ist in der Wädenswiler Fasnachtszeitung auch etwas für die Schwanenhälser – also die Horgner – und die Trunliibler – die Richterswiler – dabei. Die Wädenswiler Fasnächtler haben denn unter anderem Erbarmen mit dem Horgner Schwan, der sich wegen des Schulstreits schon ein Drittel seiner Federn ausgerissen hat. Den Turnliiblern sprechen sie eine Warnung aus: Das Hornareal, das diese vom Kanton geschenkt erhalten haben, sei ein Trojanisches Pferd gefüllt mit versteckten Kosten.
Verschont von der fasnächtlichen Dorfpostille bleibt auch Stadtpräsident Philipp Kutter nicht. Zwar wird er weniger in seiner Funktion als Stapi aufs Korn genommen als viel mehr in seiner Rolle, die er vergangenes Jahr auf nationalem Parkett spielte. Die Fasnächtler stellen im «Anlüger» eine Theorie auf, weshalb es mit seinem Vorstoss zu den Kinderabzügen nicht so recht klappen wollte.
Der «Gemeine Anlüger» ist für 5 Franken in Wädenswil in der Konditorei Brändli, der Bäckerei Gantner, im Volg, am Kiosk an der Oberdorfstrasse, an der Avia-Tankstelle, in der H. J. Langendorf AG oder in der Landi erhältlich. In Hütten im Volg, in Schönenberg in der Metzgerei Treichler und in Richterswil im Dubach sowie im Volg Samstagern. Weitere Infos und ein Video auf www.nfgw.ch


Jetzt muss auch die Fasnacht coronakapitulieren

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Dienstag, 19. Januar 2021, Text: Stefan Baumgartner Illustrationen/Bild: zvg

Die Neue Fasnachtsgesellschaft, die die Wädenswiler Fasnacht seit 49 Jahren organisiert, hoffte bis zuletzt, wenigstens einen Teil ihrer Aktivitäten durchzuführen. Mit der Ausweitung und Verschärfung der bundesrätlich beschlossenen Massnahmen, löste sich diese Hoffnung in Luft auf.

Vor einem Jahr konnte die Wädenswiler Fasnacht noch zu einem schönen Teil durchgeführt werden, ehe der ganze Coronawahnsinn über uns hereinbrach. Dieses Jahr sieht’s weniger toll aus – schon der Startschuss wurde ins Internet verschoben.

Virtuelle Plakettenvernissage
Seit einigen Jahren führt die Neue Fasnachtsgesellschaft immer am 6. Januar die Plakettenvernissage durch. Dabei wird das neue Sujet der aktuellen Plakette gezeigt, gleichzeitig ist dieser Anlass auch der Startschuss für die Wädenswiler Fasnachtsaktivitäten. Heuer ist alles etwas anders. So konnte auch dieser Anlass nicht durchgeführt werden, wenigstens nicht im gewohnten Rahmen. Der Plaketten-Countdown – also die Präsentation der Sujets, die zwar zur Diskussion standen, aber schliesslich aussortiert wurden – und die Plakette 2021 wurden am 6. Januar auf die NFG-Homepage aufgeschaltet. Der Spruch «Statt Covid 19 Fasnacht 21» sagt prägnant aus, was die Wädenswiler Fasnächtler wollten: Trotz des alles lahmlegenden Virus’ eine lebendige Fasnacht im Dorf. So wurde also trotzdem eine Plakette hergestellt. Die goldene Version gab es nur auf Vorbestellung, über 400 Exemplare gingen an treue Fasnächtler.

Der «Plaketten-Countdown», zusammen mit der Plakette 2021.

Seit 7. Januar können die Bronze- und Silberplaketten beim Getränkehändler H.J. Langendorf, Zugerstrasse 27, und bei der Bäckerei Gantner, Schönenbergstrasse 11, gekauft werden. Weil auch dieses Jahr keine Umzüge stattfinden, werden die Plaketten vergünstigt abgegeben: die Bronzeplakette für CHF 5 (statt 8) und die Silberne für CHF 8 (statt 12). «Wir möchten damit die Sammler und die treuen Unterstützer der Wättischwiler Fasnacht ansprechen», sagt NFG-Präsident Christoph Lehmann.

Absage aller Fasnachtsveranstaltungen
Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation und des Entscheides des Bundesrates hat der Vorstand der NFG am 14. Januar beschlossen, sämtliche Fasnachtsveranstaltungen definitiv abzusagen. «Der Vorstand bedauert, die vielen Unterstützer und Freunde der Wättischwiler Fasnacht und die verschiedenen Fasnachtsgruppen enttäuschen zu müssen, jedoch lässt ein gesunder Menschenverstand keine andere Entscheidung zu», sagt Lehmann. Immerhin gibt es ein kleines Trostpflaster: Für Fasnacht in den eigenen vier Wänden werden virtuelle Fasnachtsbeiträge auf www.nfgw.ch vorbereitet. Diese werden zu Beginn des Fasnachtswochenendes aufgeschaltet. Und nichts wird echte Fasnächtler davon abhalten, zwischen 19. und 22. Februar auf einen fasnächtlichen Bummel durchs Dorf zu gehen.
 
«Anlüger» erscheint
Geschrieben ist der Allgemeine Anlüger vom Zürichsee, das «schräge Tag- und Nachtblatt». Die Fasnachtszeitung erscheint in der ersten Februarwoche und nimmt wiederum – mittlerweile im 46. Jahrgang – Personen und Persönlichkeiten, Geschehenes und lieber Ungeschehenes aufs Korn. Traditionell sind Politiker und politische Begebenheiten gerne gelesene und dankbare Themen; mit der Budgetrückweisung lieferte das Fähnlein der «Bürgerlichen Allianz» eine Steilvorlage. Und was Stapi Kilipp Phutter nach seiner Politkarriere tun wird: Der Anlüger weiss es exklusiv. Erhältlich ist der «Anlüger« an verschiedenen Verkaufspunkten in Wädenswil, Schönenberg und Hütten.

So kommt in Wädenswil trotzdem Fasnachtsstimmung auf

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 7. Januar 2021 Text Dorothea Uckelmann, Foto Christoph Lehmann

Fasnachtsplakette enthüllt
Nun ist selbst in Wädenswil jede Hoffnung auf eine Durchführung der Fasnacht geschwunden. Dennoch müssen die Fasnächtler nicht ganz verzichten.
Im ganzen Bezirk Horgen ist die Fasnacht schon längst abgesagt worden. Nur die Neue Fasnachtsgesellschaft (nfg) Wädenswil stemmte sich dagegen. Bis am Mittwoch, 6. Januar, als der Bundesrat verkündete, die derzeitigen Massnahmen gegen das Coronavirus beizubehalten und allenfalls noch verschärfen zu wollen. Der Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, ist enttäuscht: «Unter diesen Voraussetzungen können wir die Fasnacht nicht durchführen.» Schliesslich wolle man eine sichere Fasnacht und auf keinen Fall etwas Unmögliches durchdrücken. Ursprünglich wollte sich der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft erst am 22. Januar treffen, um dann definitiv zu entscheiden, ob die Fasnacht stattfindet.

400 Plaketten verkauft
Noch Ende Oktober hoffte die nfg, die Fasnacht in abgeschwächter Form feiern zu können. Auch die Plaketten sind schon produziert und das Motto festgelegt worden: «Statt Covid 19 Fasnacht 21». Dieses prangt auf der Fasnachtsplakette, welche die nfg am Abend des 6. Januar auf ihrer Website veröffentlicht hat. Wie Christoph Lehmann sagt, war Corona jedoch nicht das einzige Sujet, welches für das Plakettenteam infrage kam. In die engere Auswahl schafften es in diesem Jahr die Agroscope Wädenswil, welche dem Sparzwang des Bundes zum Opfer fällt. Auch die abgesagten Veranstaltungen hätten es beinahe auf die Plakette geschafft sowie der Wädenswiler Steuerfuss oder die Mini-Chilbi. Die nfg hofft, dass die Plaketten nun nicht umsonst produziert wurden. Immerhin wurden bereits 400 Goldplaketten vorbestellt und verkauft. Einen Strassenverkauf der Plaketten gibt es dieses Jahr nicht. «Wir haben nur 150 Bronze und 100 Silberplaketten hergestellt», sagt Lehmann. In den letzten Jahren waren es insgesamt über 4000 Plaketten.
«Wir möchten damit die Sammler respektive die treuen Unterstützer der Wädenswiler Fasnacht ansprechen», sagt Lehmann. Ab Donnerstag, 7. Januar, kann man die Plaketten im Ladenvon Langendorf Getränke an der Zugerstrasse und bei der Bäckerei Gantner an der Schönenbergstrasse kaufen. Da keine Umzüge stattfinden, werden die Bronzeplaketten für 5 statt 8 Franken und die Silberplaketten für 8 statt 12 Franken abgegeben.

«Anlüger» erscheint
Nun hofft die nfg, dass die Fasnacht zumindest in der Erinnerung der Fasnächtler stattfindet. Ganz und gar verzichten müssen die Fasnachtsbegeisterten nämlich nicht auf die Fasnacht. «Unsere Fasnachtszeitung ‹Der Anlüger› wird trotz allem erscheinen», sagt Lehmann, denn Dorfpossen gab es auch im Jahr 2020. Zudem produziert Brauni (Bruno Cogliati), der sonst jeweils durch das Schnitzelbankfest führt, einen Fasnachtsfilm, den die nfg auf ihrer Website präsentieren möchte. «Während der Fasnachtstage werden wir keine Däumchen drehen», sagt Lehmann. Schliesslich gelte es, das 50-Jahr-Jubiläum der nfg vorzubereiten, das Anfang des nächsten Jahres mit verschiedenen Anlässen gebührend gefeiert werden soll. «Nun können wir Anlauf für die Fasnacht 2022 nehmen.»

Archiv

So wollen die Fasnächtler diese Saison feiern

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 27. Oktober 2020 Text Dorothea Uckelmann, Foto Archiv

Im kleinen Rahmen sollen im nächsten Jahr die Fasnächtler in den Gassen feiern können. Das Schnitzelbankfest und der Umzug fallen aus.
Im März 2019 herrschte noch buntes Treiben in den Strassen von Wädenswil. Bereits in diesem Jahr fielen diverse Veranstaltungen aus, und auch im kommenden Jahr kann die Fasnacht nur begrenzt durchgeführt werden. Foto: Archiv

Ganz auf die Wädenswiler Fasnacht verzichten will die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) im nächsten Jahr nicht. Doch klein muss sie sein. «Darum haben wir uns in einer langen Sitzung dazu entschlossen, das grosse Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch im nächsten Jahr nicht durchzuführen», sagt Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft.
Auch die anderen Indoor-Anlässe in der Kulturhalle wie Frühschoppen, Böggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht hat die NFG nun abgesagt. «Wir können sie aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen nicht durchführen», sagt Lehmann. Wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen, wie Maskenpflicht und Abstandsregel, finden auch der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag nicht statt. Auch in Horgen fallen die Schnitzelbank, der Maskenball und der Umzug aus.

Dorffasnacht findet statt
«Aber dennoch wollen wir uns den Spass nicht nehmen lassen und können ein paar Anlässe, die zur Fasnacht gehören, organisieren», sagt Lehmann. Denn bereits die minimierte Chilbi in Wädenswil habe gezeigt, dass solche Anlässe in Wädenswil willkommen sind. «Schliesslich können wir nicht unser Leben im Schneckenhaus verbringen», sagt Lehmann.
Den Auftakt der Fasnacht bildet wie in den vorangegangenen Jahren die Präsentation der Fasnachtsplakette mit dem neuen Motto. Diese wird wie in den vorhergehenden Jahren am 6. Januar an der Plakettenvernissage vorgestellt. Erwerben kann man Bronze-, Silber- und Goldplaketten. «Allerdings werden wir sie in einer geringeren Stückzahl herstellen lassen», sagt Lehmann.
Auch die Fasnachtszeitung «Anlüger» wird produziert und in den Verkauf gebracht. Denn obwohl Corona im Frühjahr das Leben ziemlich lahmgelegt hat, habe sich im Dorf doch einiges bewegt, das im «Anlüger» auf die Schippe genommen werden könne, sagt Lehmann, ohne jedoch weitere Details zu verraten.
Die NFG hofft, dass am 19. Februar die Möglichkeit besteht, die Fasnacht zu feiern. Dafür unterstützt sie die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sodass eine Beizenfasnacht stattfinden kann. Lehmann ist der Meinung, dass es sich bei deren Durchführung um ein überschaubares Risiko handelt. Zudem liege die Verantwortung, sich gemäss den Hygienevorschriften zu organisieren, bei den einzelnen Beizen.
Die Anlässe «Uf de Gass» an der Türgass sowie die Dorffasnacht inklusive «Zugeri lebt» am Fasnachtssamstag sollen stattfinden. Damit dann fasnächtliches Treiben herrschen kann und die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen ihre Wagen präsentieren können, werde die Zugerstrasse am Abend gesperrt.

Flexible Planung nötig
An verschiedenen Plätzen dürfen Guggenmusiken für Unterhaltung sorgen. Was eventuell sogar in einem Monsterkonzert und einer Kindermaskenprämierung am Sonntag, 21. Februar, beim Gewerbeschulhaus gipfeln könnte. Den Abschluss der fünften Jahreszeit soll dann das vorgezogene Abschlusskonzert am Sonntagabend bilden.
«Da derzeit keiner weiss, wie die Situation im Februar sein wird, bleiben wir flexibel und werden gegebenenfalls unser Programm nochmals anpassen», sagt Christoph Lehmann.


So feiert Wädenswil 2021 Fasnacht

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 16. Oktober 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Nach 2020 findet auch 2021 kein Umzug statt.
 
 
Am 11. September führte die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil ihre alljährliche Generalversammlung durch. Sie erhielt dort auch den Auftrag, ihre Mitglieder – die Fasnachtsgruppen und -musiken – bis zum 1. November 2020 über die geplanten und wegfallenden Anlässe zu informieren.
Die nfg debattierte intensiv darüber, auch am Klausurwochenende vom 3./4. Oktober. Folgende Entscheide wurden aufgrund der aktuellen Situation und den derzeit herrschenden Bestimmungen gefällt:
– Wie in den vorhergehenden Jahren wird eine Fasnachtsplakette mit Motto kreiert und an der Plakettenvernissage am 6. Januar 2021 präsentiert. Auch der «Anlüger» soll wie geplant erscheinen.
– Sämtliche Indoor-Anlässe in der Kulturhalle müssen abgesagt werden, da sie nicht wirtschaftlich durchgeführt werden können. Dies betrifft die Schnitzelbankfeste (12./19.2.2021) sowie Frühschoppen, Bööggentanz und die Maskenprämierung an der Kinderfasnacht.
– Die beiden Umzüge, also der grosse Umzug vom Sonntag, 21. Februar, sowie der Kinderumzug am Fasnachtsmontag, können wegen der geltenden Bestimmungen für Grossveranstaltungen (Maskenpflicht, Abstandsregel, etc.) nicht durchgeführt werden, da die nfg als Veranstalter für die Einhaltung der Regeln verantwortlich ist und allenfalls auch haftbar gemacht werden könnte.
Die nfg unterstützt die dekorierten Wädenswiler Beizen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Durchführung der Beizenfasnacht, die dieses Jahr am Hauptfasnachtswochenende, am Freitag, 19. Februar, stattfinden soll. Ebenso soll die Dorffasnacht am Fasnachtssamstag durchgeführt werden; die Zugerstrasse wird wie vorgesehen abends gesperrt, hier soll fasnächtliches Treiben herrschen. Die Wädenswiler Fasnachtsgruppierungen präsentieren ihre Wagen, Guggenmusiken spielen an verschiedenen Plätzen auf.
Die nfg - Neue Fasnachtsgesellschaft hofft, dass bis zu ihrem Jubiläumsjahr – 2022 feiert die nfg ihr 50-jähriges Bestehen – alle Viren und Narren wieder zur Besinnung gekommen
sind. [stb]

 



Wädi-Fasnacht: Fasnachtsumzüge abgesagt

Quelle: Wädenswil Anzeiger, Freitag, 28. Februar 2020 Text + Foto Stefan Baumgartner
Aufgrund des Entschlusses der Stadt Wädenswil, die Umzüge vom Sonntag und Montag abzusagen (siehe Bericht hier), hat sich der Vorstand der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil zu einer ad-hoc-Sitzung getroffen und über das weitere Vorgehen beraten. Grundaussage: Die Fasnacht findet in reduziertem Ausmass statt.
Das Schnitzelbankfest von Freitag, 28.2., geht wie geplant über die Glärnisch-Bühne. Auch am Samstag finden die Anlässe «Uf de Gass» und vor allem auch das Kirchenkonzert in der reformierten Kirche mit den Luzerner «Wäsmali-Chatze» und Organist Wolfgang Sieber statt. Ebenso bestehen bleibt die Sperrung der Zugerstrasse, und jene Gruppen, die sich einen Platz auf der «Zugeri» gesichert haben, können dort nun wenigstens ihren Wagen präsentieren. Abgesagt wurde auch der Turnermaskenball.
Der Fasnachtssonntag beginnt wie gewohnt mit dem Frühschoppen in der Kulturhalle Glärnisch, Start ist um 11 Uhr und geht dann über in den Bööggetanz, der wegen des fehlenden Umzugs vorgezogen wird. Dieser soll zur eigentlich Fasnachtsparty am Sonntag werden; die Guggenmusigen, Fasnachtsgruppen und Böggen treffen sich dort. Das Guggenkonzert auf dem Platz vor dem alten Gewerbeschulhaus findet planmässig ab 15.30 Uhr statt.
Der Fasnachtsmontag, der traditionell den Kindern gehört, startet gleich um 14 Uhr mit dem Kinderball und der Maskenprämierung in der Kulturhalle Glärnisch. Ebenso treffen sich die Wädenswiler Guggen und Tambouren zum Abschlusskonzert und beschliessen um 22.45 Uhr eine denkwürdige Fasnacht 2020, die definitiv in die Geschichte eingehen wird.
Ob die Umzüge allenfalls nachgeholt werden, ist noch nicht entschieden.



Luzerner Organist zieht an der Wädenswiler Fasnacht alle Register

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 28. Februar 2020 Text Ueli Zoss, Foto André Springer

Für die Probe zog Organist Wolfgang Sieber in der Wädenswiler Kirche seine Schuhe aus.

Ein aussergewöhnliches Konzert bereichert die närrische Zeit in Wädenswil. Der Organist Wolfgang Sieber zeigt am Samstag in der reformierten Kirche sein Können, begleitet von Guggenmusik.
Am frühen Mittwochabend steigt Wolfgang Sieber, Kunst- und Kulturpreisträger der Stadt Luzern, die Treppe auf die Südwestempore der reformierten Kirche Wädenswil hoch. Ihn zieht es zur Orgel mit den drei Tastaturen, Pedalen und 41 Registern. Der mächtige Klangkörper ist mit Schnitzereien im Stil der Rokoko-Stuckaturen verziert. Der Organist macht es sich gemütlich. Er entledigt sich seiner Schuhe und nimmt in Socken auf der Orgelbank Platz. «Um die Pedale zu bedienen, braucht es spezielle Lederschuhe, mit denen man über die Pedaltasten gleitet.» Dieses Schuhwerk nehme er dann am Samstag für das Konzert mit. Um 19 Uhr beginnt der Ohrenschmaus mit dem Organisten der Hofkirche Luzern, begleitet vom Guggensound der Wäsmali-Chatze Lozärn, die mit über 50 Schränzern einmarschieren werden. Wenige Tage vor dem Auftritt gilt es für Sieber nun, die Klangfarben für das Zusammenspiel mit der Gugge zusammenzustellen. Er zieht buchstäblich alle Register, angeschrieben mit Waldflöte, Vox humana, Oktavbass, allen möglichen Blasinstrumenten oder Mixtur. «Ich bin von lauter Pfeifen umgeben», sagt er mit trockenem Humor, als die klangerzeugenden Teile der Orgel ertönen. «Ich arbeite seit 50 Jahren für die Kirche», fügt der weissbärtige Künstler an. Man komme in all dieser Zeit zur Erkenntnis, dass das Leben nicht immer ein Schleck sei. «Humor kommt einem dabei zugute.»

Loblied auf Guggen

Sieber ist mit der Registerprobe zufrieden und beginnt spontan Mani Matters Evergreens «Hemmige» und «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama» zu spielen. Virtuos kommt er von den Grundmelodien ab und improvisiert nach Lust und Laune – das Ganze in einem Tempo, das eher ein Pianist einschlägt. «Solch gängige Hits werden wir auch am Samstag spielen, ein paar schräge Töne selbstverständlich inbegriffen.» Guggenmusik schätzt der Kirchenmusiker hoch ein. Er attestiert ihr, Kulturgut zu sein. Den Guggen windet er ebenso ein Kränzchen: «Es gibt kaum eine besser funktionierende Gemeinschaft als eine Gugge.» Sieber und die Wäsmali-Chatze Lozärn gastieren am Fasnachtssamstag nach 2012 und 2014 zum dritten Mal in der reformierten Kirche Wädenswil. «Das erste Mal war es zu unserem 40-jährigen Vereinsjubiläum», sagt Paul Bossert, Ehrenmitglied des Veranstalters, der Neuen Fasnachtsgesellschaft. Zwei Jahre später hätten sie wegen des grossen Erfolges der Premiere den Anlass wiederholt. «Nun machen wir es auf vielseitigen Wunsch der Wädenswiler und Wädenswilerinnen zum dritten Mal.» Das Konzert bleibe einmalig, betont Bossert. Sieber und die Gugge treten in der Tat einzig noch am Luzerner Fastnachtssonntag während des Gottesdienstes in der Hofkirche auf, lassen es aber bei zwei, drei Stücken bewenden.
An die beiden Auftritte hat Sieber gute Erinnerungen: «Es war farbig, herzlich und heiter.» Er habe immer gedacht, die Zürcher seien nüchterne Leute. «Als sie nach unseren Gastspielen die Kirche verliessen, waren sie so ausgelassen, sie schienen keine Zürcher mehr zu sein.»

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Januar 2020 Text und Fotos Stefan Baumgartner
Link zum WA-Artikel

Das neue Plakettensujet wurde auf der Eisbahn enthüllt Dort, wo in der Silvesternacht kräftig aufs neue Jahr angestossen wurde, trafen sich nur sechs Tage später die Fasnächtler zur Plakettenvernissage. Dieser Anlass – mit der Präsentation der neuen Fasnachtsplakette – ist der eigentliche Startschuss zur Wädenswiler Fasnacht. Die diesjährige Plakette macht den YB-Meisterrasen, der auf der Beichlen neu verlegt wurde, zum Thema und macht sich gleichzeitig auch etwas über das erfolglose Fanionteam des FC Wädenswil lustig.
Die neue Plakette, präsentiert von den ehemaligen «Wüelmüüs» und NFG-Präsident Christoph Lehmann (mit roter Jacke).

Einen Becher Glühwein in der Hand, den einstimmenden Klängen der Guggenmusig Wadin Schränzer lauschend: So erwarteten die zahlreichen Zuschauer den Countdown und die folgende Präsentation des neuen Fasnachtsthema 2020. Die Akteure auf dem Eisfeld waren die beiden ehemaligen «Wüelmüüs» Urs Hermann und Peter Dolder sowie der Präsident der organisierenden Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph «Lee» Lehmann. Zuerst wurden jene Themen parodiert, die die Wädenswiler das Jahr hindurch zwar auch beschäftigten, von der Findungskommission aber nicht für plakettenwürdig eingestuft wurden. So begann der Countdown mit der Posse um das Wädi-Brau-Huus, dass einmal mehr vor der Pleite stand und bei der sich zahlreiche Kleinaktionäre ihren Einsatz ans Bein streichen konnten.

S Brauhuus Pleite all Akzionär wärdet use gschmisse
de Brauhüüsler wird die au als Chunde bald vermisse

Mit der darauf folgenden Kapitalerhöhung konnte sich Christian Weber aus der gleichnamigenBierdynastie endlich die von Gary Wuschech gegründete Gasthausbrauerei als Hauptaktionäreinverleiben. Der Birnbaum eines Wädenswiler Lehrers, der schon mehrere Male in dessen ferienbedingter Abwesenheit leergepflückt wurde, war der nächste Spruch:

Früener i de Schuel hätts gratis Pauseöpfel gää
Hütt tuet eine am Lehrer sini Bire gratis nää

Auch die attraktivitätssteigernde Rutschbahn im Wädenswiler Hallenbad stand als Sujet zur Diskussion, mit dem dazugehörigen Spruch gaben die Fasnächtler gleich noch einen Investitionstipp:

Mit dere nöie Rutschi sölls vill mee Iitritt is Hallebad gää
Mit em Gwünn wott de Jonas Erni s Alpamare übernää

Eine Erinnerung an den Wahlund Abstimmungssonntag vom 20. Oktober, wo die Wädenswiler Stimmenzähler nicht zum ersten Mal zu den letzten gehörten, war der darauffolgende Spruch:

S Wättischwiler Waalbüro isch mit zele als letschtes fertig worde
Zur Beloonig verleiht de Bundesrat de Schnäggehüüsli-Orde

Das letzte Sujet, welches nicht für die Plakette verwendet wurde, befasste sich mit den Plänen der Oberstufenschulgemeinde, Sporttalente künftig in besonderen Klassen zu fördern.

Für Tummi, Gschiidi, Fuuli und au Schportler für jede e eigni Sonderklass
Für jede na en eigene Lehrer, und de Schtüürzahler hätt en Riiseschpass

Schliesslich blieben nicht mehr viele mögliche Themen offen – und doch vermochte das Plakettensujet 2020 zu überraschen:

Öisi Tschuuter bliibed Eichle trotz Meischterrase uf de Beichle

Hintergrund ist einerseits, dass das alte Spielfeld der Berner Young Boys, dort seit 2014 im Einsatz, im Stade de Suisse ausgebaut und dann wieder beim FC Wädenswil neuverlegt wurde. Der FC Wädenswil hat den Bernern den Rasen abgekauft – mit einem Zustupf der Stadt Wädenswil. Der Einbau eines Meisterrasens führte bei den Spielern des FC Wädenswils jedoch nicht zu Erfolgsstürmen, im Gegenteil: die Mannschaft stieg in die Bedeutungslosigkeit der Zürcher 3. Liga ab und fasste auch dort nicht richtig Fuss. Schliesslich kostete dies auch Rainer Bieli, Trainer der Ersten Mannschaft und Ex-NLA-Spieler, den Kopf. Alljährlich vergibt die NFG auch zwei Grossplaketten: Die eine kommt in den Gemeinderatssaal zu hängen, die andere erhält jeweils die Person oder Institution, die für das Fasnachtssujet verantwortlich oder federführend war. So konnte auf dem Seeplatz Manuel Keller, erst kürzlich ausgeschiedenes FCW-Vorstandsmitglied, eine der Grossplaketten für den FCW in Empfang nehmen. Er zeigte sich zum Plakettensujet einerseits freudig überrascht, andrerseits nahm er den Seitenhieb auf die Erfolglosigkeit des FCWs sportlich. Das Sujet 2020 der Neuen Fasnachtsgesellschaft kam bei den Gästen der Vernissage allgemein sehr gut an, und viele schmückten sich auch gleich mit der im Anschluss abgegebenen Plakette.
Ganz rechts freut sich auch FCW-Mitglied Manu Keller. Die Wadin Schränzer sorgten für den musikalischen Rahmen.

Die Wüelmüüs schminken sich ab

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 15. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Moritz Hager/Manuela Matt
Link zum ZSZ-Artikel

Sie wühlten jedes Jahr Dorfpossen hervor und zogen Politiker durch den Kakao. Nun verabschieden sich Peter Dolder und Urs Hermann alias die Wüelmüüs von der Fasnachtsbühne.
Noch drei Jahre und die Wüelmüüs von Wädenswil hätten ihr 20-Jahr-Jubiläum gefeirt. Aber Peter Dolder und Urs Hermann, die hinter der Fasnachtsgruppe stehen, hatten einen anderen Grund als Ende der Wüelmüüs im Blick. «Wir haben immer gesagt, wenn Urs pensioniert wird, hören wir auf», sagt Peter Dolder. Das ist in diesem Jahr der Fall und so standen die beiden Wüelmüüs am vergangenen Samstag zum letzten Mal mit ihren grossen Mäuseköpfen, den schwarz geschminkten Nasen, im Frack und mit der Ukulele unter dem Arm auf der Bühne des Schnitzelbankfests in der Kulturhalle Glärnisch. Und auch die Beizenfasnacht müssen nun andere bestreiten, denn die auf den Punkt gebrachten Vierzeiler werden in Zukunft nicht mehr die Wüelmüüs dichten und musikalisch begleiten. «Die Fasnacht in Wädenswil muss sich ständig wandeln, sonst geht sie unter» ist Urs Hermann überzeugt.

50 Verse für einen Auftritt

Die Idee für die Wüelmüüs stammt von Urs Hermann, der bei der Glarner Kantonalbank tätig ist. Seine Fasnachtsbegeisterung kann - Beweisfotos zufolge - bis in sein zweites Lebensjahr zurückdatiert werden. «Damals war ich als kleiner Koch unterwegs», sagt Hermann. Später spielte er in einer Guggemusik und gründete eine Jazzgugge. «Diese begann dann allerdings irgendwann Schunkellieder zu spielen», sagt er. Die Begeisterung für die Fasnacht teilt er mit seinem damaligen Parteikollegen Peter Dolder, der beim Zweckverband Soziales Netz Bezirk Horgen arbeitet. Dieser war auch der erste, den Hermann anrief, um ihn für die Wüelmüüs zu gewinnen. «Wer sind denn die anderen Wüelmüüs», wollte Dolder von ihm wissen. «Es gibt nur Dich und mich. Das reicht», lautete die Antwort, und auch dass die Wahl auf Peter Dolder fiel, war kein Zufall, denn Hermann habe gewusst, dass dieser nicht Nein sagen kann.
Peter Dolder und Urs Hermann (rechts).

Mit ihren pointierten Versen begeisterten die Wüelmüüs das Fasnachtspulbikum. Nun haben Peter Dolder und Urs Hermann (rechts) ihre Mäuseköpfe versteigert.

2002 standen die beiden dann zum ersten Mal auf der Bühne des Schnitzelbankfests und begannen mit: «Liebi Lüüt, s isch wider sowiit, z Wättischwil isch Wüelmüüsziit...» und gaben ihre ersten Vierzeiler zum Besten. Während Dolder hin und wieder Ideen für die Verse lieferte, stammen die meisten jedoch aus der Feder von Urs Hermann. Gereimt hat er diese meistens nach Neujahr, denn dann wisse man, welche Dorfgeschichten im Laufe des Jahres bei den Leuten hängen geblieben seien. Manchmal lief es gut und er konnte zehn Verse hintereinander schreiben. Nie gingen die beiden mit weniger als 50 Versen an einen Auftritt, von denen sie aber nur eine Auswahl präsentierten. «Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger sich auf eine gewisse Anzahl zu beschränken», sagt Hermann. Im Laufe der Jahre haben die beiden aber auch eine Veränderung der Fasnacht festgestellt. «Die Sprüche sind politisch korrekter, dafür aber auch spitzer», sagt Hermann. Nur einmal sei es vorgekommen, dass eine Dame aufgestanden und gegangen sei. «Sie hat es nicht vertragen, dass wir einen Bundesrat durch den Kakao gezogen haben», sagt Dolder.

Köpfe versteigert

Die Wüelmüüs sorgten nicht nur am Schnitzelbankfest für Stimmung, auch an der Beizenfasnacht verschafften sie sich Gehör. Anfangs noch mit grossen Mäuseköpfen als Kopfbedeckung standen sie später auch mal mit Zylinder oder Kappe vor ihrem Publikum. Das selbst geschneiderte Kostüm passten sie immer mal wieder ans Motto an. Zum Beispiel bastelten sie ein Gestell für den Kopf als das Busbahnhofdach aktuelles Thema war oder traten mit blonder Mähne auf, als Donald Trump Präsident wurde.
Selbst wenn sie wollten, auch Gastauftritte wird es von den Wüelmüüs keine geben. «Wir haben keine Mäuseköpfe mehr», sagt Dolder. Diese haben sie zu Gunsten der Kinderfasnacht am Schnitzelbankfest für 300 Franken versteigert. Und so hiess es vergangenen Samstag definitiv zum letzten Mal: «Liebi Lüüt, s isch verbii, das sind d Wüelmüüs gsii…» Doch auch in Zukunft bleiben die Beiden der Wädenswiler Fasnacht erhalten. Während Urs Hermann weiterhin in der Redaktion der Fasnachtszeitung tätig ist, übernimmt Peter Dolder von ihm die Organisation der Beizenfasnacht. Auch wenn sie nicht mehr als Wüelmüüs unterwegs sind, die Ideen gehen dem schlagfertigen Wädenswiler Duo, nicht aus.

Wie haben Sie es mit der Fasnacht?

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Strassenumfrage Steve Springer

Das Schnitzelbankfest kam direkt aus der Badi

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Text Walter "Cheesy" Tessarolo, Bilder Stefan Baumgartner, Peter Dolder.

Fasnächtler luden zum Badespass

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 04. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Sabine Rock
Link zum ZSZ-Artikel

Die Neue Fasnachtsgesellschaft veranstaltete am Freitag ihr Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch. Durch den Abend führte Brauni als selbst ernannter Bademeister der Brättlibadi.
 
Obwohl in der fünften Jahreszeit noch keine hochsommerlichen Temperaturen herrschen, wurde am Freitagabend in der Kulturhalle Glärnisch bereits die Badisaison eröffnet. Als Bademeister der Brättlibadi hiess Brauni (Bruno Cogliati) die Gäste zur Premiere des diesjährigen Schnitzelbankfests willkommen und führte durch den Abend. Zu Beginn teilte er den Saal in verschiedene Badibereiche ein. «Da vorne rechts ist die Frauenabteilung», bestimmte er und fügte hinzu: «da wird öfter reklamiert.» In der Männerabteilung hingegen gehe es ruhiger zu. Dort habe der eine oder andere schon den Schwimmreif umgeschnallt. Schnell wähnten sich auch die Gäste im Badifieber und machten eine Welle durch den ganzen Saal. Bademeister Brauni wurde nicht müde, zwischen den Programmpunkten aus der Badifundkiste zu plaudern. «Fehlt noch der Zürichsee», sagte er und zeigte auf die Bühne, auf der die «Gruppen durch den Abend schwimmen».

Haarverliebte Wädenswiler

Den Auftakt bildeten die Jungtambouren, die als coole Gang die Bühne betraten. Sie zeigten eindrücklich, dass sie den Takt auch auf und mit Wasserkanistern angeben können, und begeisterten das Publikum mit ihrer präzisen Performance. Nicht still blieb das Telefon der Luggenbüesser. Der Draht zur Stadtverwaltung, zu Frau Müller, zur Stadtpolizei und zum Bauamt lief regelrecht heiss. Auch wenn der Anrufer etwas Geduld brauchte, bis auf dem Bauamt jemand abnahm. Die Anfragen wurden wohlwollend entgegengenommen und schlagkräftig beantwortet. So tröstet die Stadtverwaltung eine Anruferin, die das Eisfeld auf dem Seeplatz schmerzlich vermisst. Sie könne ja jetzt den durch die Fusion gewonnenen Hüttnersee zum Schlittschuhlaufen benutzen. Was die Schliessung von Bär Sport über die Wädenswiler aussagt, weiss Frau Müller trefflich am Telefon zu beantworten. «Haarverliebt und Sportmuffel», lautet ihr Fazit. Kein Auge trocken blieb bei den Anrufen von Strassenreiniger Giuseppe, der im Telefonat mit dem Bauamt mehrfach mit italienischem Akzent seine Unschuld betreffend den fehlenden Zebrastreifen bekundete.
Mit schrägen Tönen, aber trefflichen Reimen singen die Wädi-Büezär über die schlechte Beizensituation und das Lädelisterben in Wädenswil. Auch die grosse Coiffeurdichte in der Gemeinde und die vom Kanton Schwyz ausgeweitete Grenze machten sie zum Thema. Nach dem Verschwinden der Blumenrabatten im letzten Jahr sorgen sie sich in diesem um die Zebrastreifen. Zwar hat Wädenswil derzeit kein Eisfeld mehr, dafür kann es mit einer neuen Eishockeymannschaft aufwarten. Die Gugge Wadin-Schränzer Wädischwyl lief in schwarz-roten Tenüs ein und holte die Gäste mit «Atemlos» auf die Beine.

Wüelmüüs zum letzten Mal

Musikalisch ging es im zweiten Teil des Abends weiter. Die Gugge Trubadix sorgte mit «Das ist alles nur geklaut» für ausgelassene Stimmung und animierte die Wadin-Schränzer zu einer Polonaise durch den Saal.
Einen Blick über den Tellerrand und die teilweise neuen Grenzen Wädenswils hinaus wagten die Halb-Edlä vo Wättischwil. Die Aktionen der Richterswiler wurden argwöhnisch belächelt. Aber auch den durch Wildtatar erkrankten Horgner Gemeinderat ziehen die Halb-Edlä vo Wättischwil durch den Kakao. Ganz zu schweigen von den im Nachbarland lebenden Gummihälsen.
Sehr zum Bedauern des Präsidenten der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, kommt das Publikum dieses Jahr zum letzten Mal in den Genuss der spitzen Verse der Wüelmüüs. In üblicher Wüelmüüs-Manier sangen sie ihre pointierten Verse über die fehlenden Kirchenbänke, die Machtübernahme des «Chrampfadergschwaders in der Brättlibadi» und warum sie Jacqueline Fehr «voll näb de Schpuur» finden. Weshalb Stadtpräsident Kutter jetzt, wo er in Bern angekommen ist, statt vom Hebel der Macht lieber vom Handy Gebrauch macht, können die Wüelmüüs nicht nachvollziehen.
Dann ist die Bühne frei für Grosi Annekäthi Huuser. Mit ihrem Pfleger Gilbert tauscht sie Klatsch und Tratsch aus und verrät, als was sie sich an Fasnacht verkleiden wird: Franzose. Kaum gesagt, zieht sie sich eine gelbe Weste an. Mit Wortwitz und Situationskomik strapaziert das ungleiche Paar auch zu später Stunde die Lachmuskeln des Publikums.
Annekäthi Huuser und ihr Pfleger Gilbert sorgten mit ihrem komödiantischen Talent für viel Gelächter im Publikum.
 
Bademeister Brauni demonstrierte die Haltung fürs Sonnenbad.

Die Wüelmüüs sangen zum letzten Mal ihre treffenden Reime.
Giuseppe beschäftigte das Bauamt der Luggenbüesser mit Anrufen.

Sie stehen für schlechten Gesang und lustige Verse: Die Wädi-Büezär.
Die Nachbargemeinden blieben von den Halb-Edlä nicht verschont.
Die Wadin Schränzer sorgten als Eishockeyspieler für Stimmung.

Wer ist wichtig genug für die Fasnachtszeitung?

Quelle:Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 18. Februar 2019 Text Daniela Haag

Vorschau Fasnacht, Dekorierte Restaurants, Anlüger, Bergfasnacht

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 02-2019 Text + Bilder Stefan Baumgartner

Plakettenvernissage: «Brättlibadi» ist Sujet 2019!

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 01-2019 Text + Bilder Stefan Baumgartner

Die diesjährige Kinderfasnacht steht vor der Tür

Quelle: Wädenswiler Anzeiger, Ausgabe 01-2019 Text + Bild Stefan Baumgartner

Knatsch um geschlossene Badi ist Fasnachtsthema

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 08. Januar 2019 Text Carol Bolliger, Bild Patrik Gutenberg

Warum die Bretter-Badi zum Fasnachtssujet wurde ...

Bei grösster Hitze standen die Badegäste vor verschlossener Tür

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 07. August 2018 Text Magdalena Preisig, Bild Linda Koponen

Bretter-Badi bewegt Wädenswiler

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Samstag, 11. August 2018 Text und Bild Linda Koponen

Konflikt in der Bretter-Badi eskaliert

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Donnerstag, 16. August 2018 Text Linda Koponen

Der ehemalige Bademeister fühlt sich von der Stadt verraten

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 24. August 2018 Text Linda Koponen, Bild Moritz Hager

Wädenswiler Fasnachtsclique bekennt sich zu Plakatstreich an Autobahn

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Mittwoch, 14. November 2018 Text und Bild Markus Hausmann

Schwyzer Schilderattacke gekontert

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 13. November 2018 Text Christian Dietz-Saluz, Bild Sibylle Saxer

Fasnächtler feiern den Auftakt zur «fünften Jahreszeit»

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 12. November 2018 Text Colin Bätschmann, Bilder Moritz Hager, David Baer