Vielen Wättischwilern ist sie noch ein Begriff, die „Calüpso Schtiil Bänd“. Nach deren 12 jährigem Bestehen, (1979 - 1991), und diversen musikalischen Eskapaden mit der Harmoniemusik Oberrieden oder den Tambouren Wädenswil, löste sich diese zum Bedauern mancher auf. Ein Gründungsmitglied wirkte als Brandstifter und gründete mit ein paar Mitgliedern zusammen eine Kostümgruppe. Das war gegen Ende der Calüpso-Zeit, im Jahr 1989.

Wir fanden Gefallen an der Herstellung und Präsentation von aufwändigen, manchmal gruseligen Fasnachtskostümen und bereicherten Fasnachtsumzüge in der ganzen Region, auch die Fasnachtshochburg Luzern wurde nicht ausgelassen. Um unser Stoff- und Materialkässeli aufzubessern besuchten wir natürlich auch Maskenbälle. So entstand auch unser Name „d‘95er“, als wir 1990 als Vampire mit der Gruppennummer 95 am Maskenball in Freienbach unseren ersten Hauptpreis entgegen nehmen durften. Weitere folgten und bald waren wir in der Region berüchtigte Preisabholer.

Ausschlaggebend für unseren heutigen Kostümstil war ein Geburtstagsgeschenk an eines unserer Mitglieder. Verwandte und Freunde schenkten ihr eine Reise an den Carnevale in Venedig. Dies war die ultimative Initialzündung und elektrisierte die Mitglieder, einmal etwas speziell Aufwändiges und Schönes zu kreieren und es in Venedig zu präsentieren – ein gewagtes Projekt welches uns prägte!
Seit 1994 lässt uns Venedig nicht mehr los, die spezielle Atmosphäre des Carnevale und der Stadt hat uns überwältigt und so kreieren wir jedes Jahr ein neues Kostüm mit dem wir nach Venedig reisen. Im Spätsommer beginnen wir mit Entwürfen, Ideen entwickeln und Stoffe suchen, manchmal mit bis zu 20 Meter Stoff pro Kostüm. Es folgt das Schnittmusterzeichnen, Masken und Accessoires herstellen. Eine besondere Herausforderung liegt darin, die Kostüme so zu planen, dass sie in grosse Koffer passen die im Zug auch noch transportierbar sind. Das Zuschneiden, Nähen, Anprobieren und Verbessern – das alles kann abendelang dauern, denn der Termin steht fest und ist gebucht. Es ist aber nicht immer eitel Freude in Venedig kostümiert zu wandeln, man steht Stunden bei einer schönen Säule für hunderte Fotografen und kommt nicht weg, oder wird am Kostüm gezerrt für ein Foto mit Japanern, Franzosen, und neuerdings auch Chinesen zu hauf. Das ganze wird dann aber am Abend mit lukullischen Genüssen wieder egalisiert.

Selbstverständlich ist die Wädifasnacht seit Anfangszeiten in unserem Programm Tradition, Schnitzelbankfest, Nachtumzug, der grosse Sonntagsumzug und natürlich die Kinder- und die Dorffasnacht.

Was bleibt und was wird weiterhin sein in der Zukunft? Die Freude aktiv an der Fasnacht mitzumachen, gezielt auf etwas hinzuarbeiten das zu unserem Kulturgut gehört. Ach ja, was auch noch bleibt: Mottenschränke mit bald über 100 Kostümen, Masken und Accessoires...