Fasnacht, im Hornung 2018

43. Jahrgang, Nummer 43

Tag- und Nachtblatt für alle, die zwischen Reidbach, Meilibach, Zürichseestrand und Gotschälli-Nordhang wohnen, arbeiten, schlafen oder querulieren. Extrem schräges Mitteilungsorgan der nfg zu Geschehenem und lieber Ungeschehenem seit der letzten Ausgabe. Inhalt teilweise korrekt. Redaktion komplett beschränkt, Auflage auch. Preis: Grosswättischwiler: Föif Stutz, für Eingemeindungsiisprüchler, Schwanenhälse und Turnlibler: Ausländerzuschlag obligatorisch.

Neue Stories gesucht!

Der "Anlüger vom Zürichsee" ist das halbamtliche Publikumsorgan der nfg. Geschichten aus dem Dorf und aller Welt finden hier Platz für ein Jahresrückblick der besonderen Art...

Haben Sie eine Anekdote die in einer Pointe gipfelt?

Ihre regionalen oder überregionalen "Ausrutscher" oder "Entgleisungen" drucken wir in der nächsten Fasnachtszeitung. Schreiben Sie uns auf
 
 
 
 

Bericht 2018: Was zum Schönerwohnen fehlt, liest man in der Fasnachtszeitung

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 8. Februar 2018, Text Dorothea Uckelmann

Über sinnige und unsinnige Bautätigkeiten in Wädenswil – und mehr – kann man sich ab sofort im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» informieren. Die Fasnachtszeitung geht heute Donnerstag in den Verkauf.

Wädenswil rühmt sich damit, als einzige Stadt der Schweiz kein Lichtsignal zu besitzen. Laut den Autoren des «Gemeinen Anlügers vom Zürichsee» macht dieser Umstand dem Stadtrat jedoch zunehmend grosse Sorgen. Fühle sich Wädenswil doch ohne eine derartige zivilisatorische Errungenschaft zu wenig ernst genommen. Daher habe der Stadtrat nun eine Testphase für eine Lichtsignalanlage gestartet, wie im «Anlüger » ab heute zu lesen ist.
Doch offensichtlich generiert eine solche Ampel noch zu wenig Aufmerksamkeit und so haben sich die Stadträte weitere Bauwerke einfallen lassen, welche die Blicke auf Wädenswil ziehen könnten, wie Recherchen der Wädenswiler Fasnachtszeitung ergaben.

Eine Brücke für die Weglücke
Zu den grossen Würfen, die im letzten Jahr in den Köpfen der Stadträte gereift seien, gehöre zum Beispiel der Bau einer Hängebrücke. Not macht erfinderisch und so schlägt der Stadtrat «Janos Irne» eine Hängebrücke zur Schliessung der Lücke im Seeuferweg vor. Ein gefundenes Fressen für die Autoren des «Gemeinen Anlügers vom Zürichsee », die eine Länge von 750 Meter für die Brücke fordern, um zudem jeglichen Hängebrückenrekord zu brechen.
Gebaut werden soll aber nicht nur in die Länge, sondern auch in die Höhe. Die Pläne für eine Hochhauszone in der Au, im Neubühl und im Reidbach hat der Stadtrat zwar versenkt. Die Fusion zwischen CS und UBS gebe aber dennoch Hoffnung für ein begrüntes Wohnsilo, wird im «Anlüger» erklärt.
Weniger grün sind hingegen die Blumenrabatten entlang der Kantonsstrassen in Wädenswil. Einen stillen Protest gegen die graue Tristesse vermuten die Schreiber der Fasnachtszeitung hinter den über Nacht gewachsenen Kreideblumen.
Doch die Umsetzung der Ideen will bezahlt werden, was die Stadtväter und -mütter zur Einführung des Wädi-Foiflibers veranlassen könnte. Was es mit diesem auf sich hat, ist im «Anlüger» nachzulesen.
Auch den wahren Grund, warum Melix Feier aus Schönenberg Einsprache gegen die Eingemeindung erhoben hat, glauben die Schreiber zu kennen. Es müsse wohl an dem viel diskutierten «Scherbenhaufen» im Logo der Stadt Wädenswil gelegen haben. Nun liege es beim Stadtrat, «das unselige Scherbenlogo endlich zu beerdigen».

Stadtratstipp für Städtetrip
Sollte es trotz all dieser Verschönerungen die Bewohner Wädenswils in die Ferne ziehen, empfiehlt die Redaktion des «Anlügers» die Reisetipps des Stadtrats, der nun seine Angebotspalette erweitert und für die fehlenden Reisebüros in die Bresche springt. Erster Tipp für den Reisetrip: Prag.

Bericht 2017: Wie die Fasnächtler das Konfetti wieder einsammeln

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 23. Februar 2017, Text Dorothea Uckelmann

Die während eines Jahres gesammelten Faupax der Wädenswiler sind ab heute im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» zu lesen. In der Fasnachtszeitung werden auch Neuigkeiten aus aller Welt und aus den Nachbargemeinden mit Humor aufgearbeitet.

Während eines Jahres hat die Redaktion des «Gemeinen Anlügers vom Zürichsee» ein kritisches Auge auf die Gemeinde Wättischwil und deren Nachbarn geworfen. Die kritischen Beobachtungen sind spritzig und witzig zusammengefasst in der neusten Ausgabe der Fasnachtszeitung nachzulesen, die ab heute erhältlich ist. Passend zum Plakettensujet darf das Reinigungsproblem der NFG als Thema in der Fasnachtszeitung nicht fehlen. Dieses scheint die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) Wädenswil nun gelöst zu haben: Sie beauftragte die Stadtwerke Wädenswil, an der Zugerstrasse eine neu entwickelte Unterflur-Konfettisammelstelle zu erstellen. «Die Sammelstelle besteht aus acht Einwurfschlitzen, und zwar für vier Farben und jeweils noch nach Konfetti-Formen getrennt.» Als nicht sinnvoll erachtet die NFG jedoch die Leerung durch das Bauamt, da zu teuer.

Hoffnung für das Stadtlogo
Besonders freut sich die NFG, in ihrer Fasnachtszeitung bekannt geben zu dürfen, dass die Werkstadt Zürisee auf dem Rütihof endlich gebaut werden kann und zudem einer der Käufer Kunstschlosser ist. «Auf so etwas hat Wättischwil seit langem gewartet», schreibt die NFG, denn endlich sei ein Gewerbler vor Ort, der die mutwillig zerbrochene Gürtelschnalle im Stadtlogo wieder reparieren könne.
Nicht entgangen ist der NFG, dass der legendäre Blitzkasten an der Zugerstrasse plötzlich verschwunden ist. Wehmütig blickt die NFG auf die Zeiten zurück, als der Blitzkasten «wie ein Leuchtturm » als wichtiger Orientierungspunkt diente.
In der Fasnachtszeitung werden auch die Politiker kräftig durch den Kakao gezogen. Zum Beispiel Stadtpräsident «Kilipp Phutter», der auch nicht immer an alles denken kann und für einen Badeausflug mit seinen Kindern zwar Sonnencreme, Schwimmflügeli und Badetücher eingepackt hatte. Seine eigene Badehose blieb jedoch zu Hause. Ein Beweisfoto ist im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» abgedruckt. Die NFG hat den Stadtpräsidenten jedoch nicht komplett blossgestellt – das Foto ist zensiert.

Der vergessene Schlüssel
Von einer ähnlichen Vergesslichkeit erzählt die Odyssee des Präsidenten der NFG. Gewissenhaft bestieg er nach einem oder mehreren Schlummis ein Taxi, das ihn nach Hause chauffierte. Dort angekommen, war es für ihn zwar kein Problem, das Schlüsselloch zu finden. Allerdings hatte er den Schlüssel im Auto vergessen, das sich noch im Neubühl befand.
Und dann war da noch «Kabian Fuster», der sich wegen einer Verletzung ordnungsgemäss vom Zivilschutz abmelden wollte und sein Attest dem Zivilstandswesen zukommen liess.
Auf den zwölf Seiten des «Anlügers » wird aber auch über Neuigkeiten aus aller Welt und von den Nachbargemeinden berichtet. In einer Richtigstellung des Gemeinderats Schönenberg erfährt der Leser zum Beispiel, dass es nicht richtig ist, dass im Gemeinderat Schönenberg Zank und Hader herrschen sollen. Da man sich an Gemeinderatssitzungen nicht einmal begrüsse, seien auch keine Möglichkeiten für Streitereien gegeben.

Bericht 2016: «Phil Kutt» im Visier der Fasnächtler

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 4. Februar 2016, Text Dorothea Uckelmann

Im heute erscheinenden «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» decken die Fasnächtler unter anderem auf, warum sich jetzt das Staatssekretariat für Wirtschaft bei den Aktivitäten des Stadtpräsidenten einmischt.

Der Humor hat dieser Tage Hochkonjunktur. Darum sollten auch die Wädenswiler über den einen oder anderen Fehltritt, der im vergangenen Jahr gemacht wurde, lachen können. Die lustigsten Situationen sind im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» aufbereitet. Die druckfrische Fasnachtszeitung ist ab heute in ausgewählten Wädenswiler Fachgeschäften und Restaurants sowie an diversen Kiosken erhältlich.
Unter besonderer Beobachtung der Redaktion des «Anlügers» standen die Aktivitäten des Stadtpräsidenten Philipp Kutter. Diese hätten so überhandgenommen, dass das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Anklage wegen «unzulässiger Ämterkumulation» erhoben habe, ist im «Anlüger» zu lesen.

Auf diese Weise hofft das Seco nach der «überstürzten Flucht» des bisherigen See-Spital-Stiftungsratspräsidenten «Basshard Wolti» zu verhindern, dass «Phil Kutt» die Leitung des See-Spitals übernimmt. Und per Inserat wird bekannt gegeben, dass sich Kutter – vorbehältlich der Zustimmung des Volkes – ab 2018 sogar zum König von Wättischwil Schönauhütteberg krönen wird.

Zum Fusionstanz gebeten

Dass die Fusionsverhandlungen für das zukünftige Wättischwil Schönauhütteberg bereits weit fortgeschritten sein müssen, folgert die Redaktion des «Anlügers» aus einem Beweisfoto. Auf diesem legt der höchste Wättischwiler mit der höchstwohnenden Wättischwilerin, Hüttens Gemeindepräsidentin «Drerena Vessler», ein Tänzchen aufs Parkett. Tanzen lässt es sich auch gut auf der Eisfläche am Seeplatz. Zumal die diesjährige Eisproduktion fast ohne Fremdenergie auskomme. Grund dafür sei das frostige Klima im Vorstand des Eisbahnvereins.
Um Skandale aufzudecken, sprang ein Redaktor des «Anlügers » sogar selbst in die Bresche und unterzog sich einem mutigen Selbsttest. Er probierte den neuen, besonders proteinhaltigen Schoggiriegel, der in Zusammenarbeit mit der «Zahwee» (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW) entwickelt wurde. Wie es dem Tester jetzt geht, ist im «Anlüger» zu lesen.

Neues Kostüm für Vorstand
Über die Entdeckung einer literarischen Sensation beim Umzug der Wättischwiler Museumsschätze wird ebenso schonungslos berichtet wie über die Neuerungen der SBB. Denn der «Anlüger » berichtet auch überregional, und so ist auch das Schildbürgerverhalten aus Zürich und der Welt ein gefundenes Fressen für die Verfasser.
Doch wer sich über den Schaden anderer freut, sollte auch über sich selbst lachen können. Und das tut die Neue Fasnachtsgesellschaft und gibt angesichts der milden Temperaturen, die für die diesjährige Fasnacht vorausgesagt werden, ihr Thema des neuen Kostüms für den Vorstand bekannt.

Bericht 2015: Wie die Fasnächtler dem Kirchenglockenstreit beikommen

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 12. Februar 2015, Text Sibille Moor

Einmal mehr lässt der «Gemeine Anlüger vom Zürichsee» das vergangene Jahr aus Wädenswiler Sicht Revue passieren. Ab heute ist die Fasnachtszeitung erhältlich.

Dieser Tage sollten sie Humor haben, die Wädenswiler. Und vor allem die Stadträte und die Verwaltungsmitarbeitenden: Im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee», der ab heute Donnerstag erhältlich ist, bekommen sie ihr Fett weg.
So hat die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) in ihrer Fasnachtszeitung eine Lösung gefunden, wie «die heisse Luft der städtischen Verwaltung sinnvoll genutzt werden kann». Diese wird für eine fliegende Minarett-Kanzel verwendet, auf der ein Muezzin seine Gesänge vorträgt. Damit will die NFG gleich noch ein weiteres Problem lösen: Der Wädenswiler Kirchenglockenstreit würde so geschlichtet, da das Morgengeläut durch «beruhigende Gesänge eines professionellen Muezzins ersetzt würden».

Auf die Schippe nehmen die Fasnächtler auch mehrmals Stadtrat Peter Schuppli. Sie erzählen beispielsweise, wie «Scheter Puppli» zu einer Busse von 50 Franken von der Barbara-Zunft kam. Ein NFG-Opfer, das in den vergangenen Jahren fast schon einen Stammplatz im «Anlüger» hatte, fehlt in der diesjährigen Ausgabe jedoch, nämlich Stapi Philipp Kutter.

Rote Laterne und rostiger Hochzeitspavillon
Thema auf der «Anlüger»Front ist passend zum Plakettensujet der verstopfte Steinacher-Kreisel. Die Fasnächtler prangern die «SUV-Mamis » an, die ihre Kinder in die Zurich International School fahren. Er berichtet aber auch von einer Lösung, welche die Schule für das Problem gefunden habe, und schlägt dabei einen Bogen zum geplanten Gewerbepark im Rütihof.
Platz in der Fasnachtszeitung findet auch die «rote Laterne», welche die Stadtverwaltung bei der Auszählung der Abstimmungszettel am 30. November hatte. Oder der zerlegte Wädenswiler Hafenkran, der zur Erweiterung des Hochzeitspavillons im Stadtpark dienen soll: «Im geplanten RiesenRostzeitspavillon offeriert dann die Stadt der ganzen Bevölkerung von Wättischwil den Hochzeitsapéro, sobald die hochzeitsähnliche Gemeindefusion mit Schönenberg und Hütten vollzogen wird».
Doch auf den zwölf Seiten berichtet der «Anlüger» nicht nur über Wädenswil oder die Missgeschicke dessen Einwohner, im hinteren Teil gibt es «Nöis us aller Wält». So hat die NFG eine Idee, was im Nachgang der Ecopop-Initiative mit den «10 000 Präservativen geschehen soll, die als Sofortmassnahme für Afrika bereitgestellt worden sind». Sie würden an den Wildnispark verteilt: «Damit können die Bären weiterhin (eco) poppen, ohne dass Nachwuchs entsteht, der dann zum Entsetzen der Besucher und Tierschützer ‹entsorgt› werden muss».

Bericht 2014: Von Schrott aus dem Stadthaus und segelnden Gemeinderäten

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 27. Februar 2014, Text Sibille Schärer

Der «Anlüger vom Zürichsee» ist seit heute im Verkauf und berichtet über Wädenswiler Missgeschicke. Ebenfalls in die Fasnachtszeitung geschafft haben es alternde Stadtratskandidaten, fusionswillige Nachbarn und ein Rosthaufen.

Wenn dem Wirt des Restaurants Löwen der Schlüssel in einen Abwasserschacht vor seiner Beiz fällt, ist das ärgerlich für ihn. Wenn er danach jeden Dolendeckel in der Türgass öffnet, hinuntersteigt und die Fasnächtler davon Wind bekommen, haben die Wädenswiler etwas zu lachen. Denn dann steht es im «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee», der seit heute im Verkauf ist. In ihrem «möglichst schrägen Publikationsorgan» schreibt die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) über derlei Missgeschicke bekannter und weniger bekannter Wädenswiler. Auf zwölf Seiten finden sich Dutzende ineinander verschachtelte Artikel, die naturgemäss vor allem für Insider witzig sind.

So berichtet die NFG beispielsweise über den GLP-Gemeinderatskandidaten «Angelomi Nutella», der am Gerbeplatz Unterschriften sammelte und Stadtrat «Grübi» Brupbacher fragte, ob er von Wädenswil sei. Oder aber unterstellt der Stadtpolizei, des Lesens nicht mächtig zu sein.

Burgruine auf eigenem Boden
Ein grosses Thema ist im «Anlüger» zudem der «Roschthuufe vor de Ochseschüür ». Schliesslich grüsst der rostbraune Hochzeitspavillon im Stadthauspark dieses Jahr sogar von der Plakette. Stadtschreiber «Keinz Hundert» habe verlauten lassen, dass es sich beim «Rosthaufen um Schrott handelt, welcher, wie schon öfters, direkt im Stadthaus produziert worden sei».
Der «Anlüger» zählt des Weiteren die Vorteile einer grossen Gemeindefusion mit Schönenberg, Hütten und Richterswil auf. Unter anderem würde dann endlich die Burgruine Alt-Wädenswil wieder auf Wädenswiler Boden stehen. Schliesslich widmet der «Anlüger» auch den bevorstehenden Wahlen und deren Kandidaten einige Artikel. «Renteninvasion im Wättischwiler Stattrat», titelt das Blatt: «Um die sieben Stadtratssitze bewerben sich drei Rentner und weitere Kandidaten, welche seit längerer Zeit ebenfalls uralt aussehen.» Den abtretenden Thomas Largiadèr nehmen die Fasnächtler zudem wegen des von ihm eingeführten Mehrwegsystems an der Chilbi auf die Schippe. Sein Fett weg bekommt auch dieses Jahr Dauergast und mittlerweile SD-Gemeinderat Albert Stahel. Unter anderem berichtet das Blatt, dass Stahel vom Team Neuseeland für den America’s Cup engagiert worden sei. Er sei dafür «verantwortlich, dass die Segel immer richtig im Wind stehen». Der «gemeine Anlüger vom Zürichsee» ist an den Kiosken, bei der Landi, im Café City, im Hotel Engel und in der Papeterie Lüthy für 5 Franken erhältlich.

Mehr Geschichten abholen
Eine Fasnachtszeitung wie der «Gemeine Anlüger vom Zürichsee» ruft auch immer Nörgler auf den Plan. «Die Kritiker bemängeln, dass die Zeitung zu wenig lustig sei oder eine wichtige Anekdote fehle», sagt Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG). Deshalb hat die NFG an einem Samstagnachmittag Ende Januar erstmals ihre Türen geöffnet und die Bevölkerung eingeladen, ihre Ideen und Beiträge abzugeben. «Der Nachmittag war nicht so gut besucht, wie wir erwartet hatten», bedauert Christoph Lehmann. Lediglich zwei, drei Geschichten für den «Anlüger» seien so herausgesprungen. Für das kommende Jahr plant die NFG daher ein anderes Vorgehen. «Voraussichtlich werden wir in Wädenswiler Restaurants Blätter hinterlegen, auf denen Gäste lustige Geschichten und ihre Telefonnummer notieren können», erklärt der NFG-Präsident. In früheren Jahren sei dies bereits üblich gewesen.

Bericht 2013: Der «Anlüger» deckt Fehltritte gnadenlos auf

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Donnerstag, 7. Februar 2013, Text Sibille Schärer

Für die Wädenswiler ist der Tag der Wahrheit da: Ab heute erfährt der Leser des «Anlügers vom Zürichsee», dass der Stapi schwarzfährt und einer seiner Ratskollegen gerne laut feiert.

So manch ein Wädenswiler blättert heute den «Gemeinen Anlüger vom Zürichsee» durch – und atmet auf, wenn seine Peinlichkeiten der Neuen Fasnachtsgesellschaft (NFG) verborgen geblieben sind. Denn nun berichtet deren «möglichst schräges Publikationsorgan» wieder über «Geschehenes und lieber Ungeschehenes der letzten 350 Tage». Auf zwölf Seiten erfährt der Leser in Dutzenden verschachtelten Artikeln und Inseraten von ungeschickten Traktorfahrern, vergessenen Keyboards und beschlagnahmter Munition. Während manche Anekdoten in gelungenen Pointen gipfeln, lassen andere die meisten Leser etwas ratlos zurück. Ein richtig giftiger Beitrag ist nicht zu finden. Doch der eine oder andere Dauergast ist auch heuer auszumachen.

Eine, die kaum je ungeschoren davonkommt, ist Stadträtin Felicitas Taddei. Die FDP-Frau schaffte es gleich mehrmals in die neuste Ausgabe. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: zu viel Glühwein, ein verbeultes Auto mit Aargauer Kennzeichen und übergewichtige Koffer.

Rose und Kaktus für Stahel
Natürlich bekommen aber auch andere Politiker ihr Fett weg. So erfährt der «Anlüger»-Leser beispielsweise, dass SP-Stadtrat Thomas Largiadèr laute Grillfeste mag und CVP-Stapi Philipp Kutter schwarzfährt. Letzteren nimmt die NFG übrigens auch wegen seines Bartes auf die Schippe. Dem Grünen-Gemeinderat Heinz Wiher wird hingegen seine Sympathie für die Besetzer des Seeareals zum Verhängnis. In einer Annonce stellt «Heinz zum Wiherden» seine Rasenfläche und seinen geteerten Vorplatz für randständige Bewohnergruppen zur Verfügung. Die Gloon-Auszeichnungen 2013 heimst jedoch ein anderer Politiker der Legislative ein: GLP-Gemeinderat Albert Stahel erhält für sein Engagement sowohl die Rose als auch den Kaktus.
Neben den Ausrutschern von bekannten und weniger bekannten «Wättischwilern» finden auch lokale und überregionale Entgleisungen Platz im «Anlüger». Über alle Seiten fährt ein Zug, der auf die Endlos-Baustelle am Wädenswiler Bahnhof hinweist. Auch der geplante Hochzeitspavillon im Neuhofpark, die Sprayereien in der Bahnhofsunterführung, der verhinderte BVK-Austritt der Gemeinde Richterswil und die Zürcher Verrichtungsboxen nimmt die NFG aufs Korn. In einem Gedicht, das sich mal mehr und mal weniger reimt, drücken die Fasnächtler auf ihrer «Allerletzten» – wie auch auf ihrer Plakette – schliesslich ihr Missbehagen über die Schliessung der Poststelle in der Au aus.

Bericht 2012: Die Witze stecken in den Annoncen

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Donnerstag, 16. Februar 2012, Text Bettina Ledergerber

Der «Anlüger vom Zürichsee» ist im Verkauf. Vor allem die Inserate in der Fasnachtszeitung bringen vieles (zu spät) auf den Punkt.

Dieses Jahr ist die Wädenswiler Fasnachtszeitung um vier Seiten dicker geworden. Nicht dass der «Anlüger vom Zürichsee» entgegen dem allgemeinen Branchentrend für seine 37. Ausgabe mehr Redaktoren anstellen oder gar das Inseratevolumen steigern konnte. Vielmehr brauchen die Plaketten der letzten 40 Jahre viel Platz im 16 Seiten umfassenden Blatt.

Getarnte Hauptgeschichte
Das Mitteilungsbedürfnis der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil zu Innovationen und Entdeckungen wird gleich auf der vordersten Seite aufgegriffen. Lustig die Idee, einen Baum mit Guggeninstrumenten zu behängen und zu behaupten, die Agroscope habe eine neue Art gezüchtet.


Aber schon die Frontgeschichte entpuppt sich als versteckte Werbung für das Musikhaus E. Hauser an der «tüüren Gasse», welche die angeblich am Kastanienbaum gewachsenen Instrumente feilhält.
Ein genauerer Blick lohnt sich indes auf die echten Annoncen. Hier verstecken sich die gelungeren Witze. Per Stellenanzeige suchen die Fasnächtler etwa einen eidgenössisch diplomierten Wellendachreiniger, der sich weder vor Taubendreck, vor Abgas noch vor Südanflügen fürchtet. Ein Dreifach-Inserat haben die Wädenswiler zudem für die Berggemeinde Schönenberg platziert – gesucht sind Gemeindepräsident, Gemeinderat und Gemeindeschreiber. Nur – die Werbung ist schon wieder veraltet. Die Fasnächtler erwähnen erst in der Fusszeile, dass der von ihnen liebevoll genannte «Multieinspringer» Willi Schilling bereits zum Präsidenten gewählt worden ist.
Mehrfach ins Wädenswiler Fasnachtsblatt geschafft hat es ein weiteres FDP-Mitglied. Vorzüglich glossiert es die Wädenswiler Stadträtin und Lehrerin «Feli Datei» und wie sie mit ihrer Schlüsselbundsuche die Oberstufenschule verrückt machte.
Das alles ist im «Anlüger vom Zürichsee » zu lesen. Er ist die fünf Franken Jahresrückblick wert. Fraglich ist aber, wie viele der angesprochenen zwischen Meilibach und Reidbach wohnenden, arbeitenden und schlafenden Wädenswilerinnen und Wädenswiler mit den Inhalten etwas anfangen können. Viele der Erzählungen muten an, nur in ganz kleinen Kreisen bekannt zu sein.